Dienstag, 23. september 2008
Community: Reif für die Insel
veröffentlicht in: Was mich sonst noch bewegt

Am Wochenende war ich wieder einmal unterwegs auf meiner Hügeltour. Es war zwar kalt, aber die Sonne schien. Ich entschied mich – wahrscheinlich doch etwas übertrieben – für meine warme Laufjacke und lief los.

Das erste Stück bis zur Nidda tat mir so ziemlich alles weh – auweia, dachte ich, heute schaffe ich bestimmt nicht mal 30min. Aber da ich diesen Zustand zu Beginn fast jeden Laufes kenne, beruhigte ich mich und wartete darauf, dass die Muskeln warm werden und der Schmerz vergeht.

Schon nach wenigen Minuten lief es besser und ich schaltete in den nächsten „Gang“, den ich für mich als „Träumergang“ bezeichne. „Träumergang“ deshalb, weil ich bei diesem Tempo oft selbstvergessen vor mich hinlaufe und über Gott und die Welt nachdenken kann.

Als ich mich mitten auf dem Feld befand, kam vom Seitenweg plötzlich ein Auto und bog vor mir ein.

Nach wenigen Metern öffnete der Fahrer seine Tür und heraus sprang ein kleiner weißer Hund, der mit sichtlicher Freude auf Feld und Weg herum sprang. Das Herrchen fuhr langsam mit dem Auto nebenher. Ich erinnerte mich an einen Artikel von Ramona, die eine solche Situation auch schon erlebte. Schon als ich das damals gelesen habe, konnte ich nur den Kopf schütteln. Genauso viel Bewegungsfreude wie der kleine Hund hat, hatten die Menschen früher auch. Wo ist diese verloren gegangen? Das die meisten Menschen trotz immer mehr steigender Spritpreise jeden auch noch so kleinen Gang mit dem Auto erledigen, ist ja schon fast normal. Aber das es wirklich Menschen gibt, die ihren Hund „Gassi“ fahren, das war bisher wirklich fernab meiner Vorstellungskraft. Wahrscheinlich hat sich Herrchen am Steuer noch gewundert und den Kopf geschüttelt, weil ich die Hügel laufender und schwitzenderweise überwunden habe.

Kurz vorm nächsten Ort sammelte Herrchen seinen Hund wieder ein und fuhr davon.

Ich dachte gerade „armer“ Hund und korrigiert mich aber gleichzeitig auf

„armes Herrchen“.

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Sonntag, 14. september 2008
Community: Die Welt des Sports
veröffentlicht in: Was mich sonst noch bewegt
Liebe Lauffreunde und Freunde meines Blogs,

wie ihr wißt, hatte ich in den letzten Wochen sehr wenig Möglichkeiten, mit euch zu kommunizieren. Das hat mir insbesondere nach meinen Alpenmarathon sehr leid getan. Aber glaubt mir, ich habe eure Kommentare genau verfolgt und mich über jeden einzelnen riesig gefreut. Es war sooo toll für mich zu wissen, dass viele Leute an mich denken, mit mir mitgefiebert und mir viel Erfolg gewünscht haben.
Ich habe mich wahnsinnig über eure zahlreichen Glückwünsche gefreut. Immer wenn es mir unterwegs schwer fiel, habe ich auch an euch gedacht. Das hat mir Kraft gegeben, immer weiter zulaufen und niemals aufzugeben.
Gestern habe ich begonnen, die ersten Bilder hochzuladen und meinen Bericht über den Alpenmarathon mit Bildern zu ergänzen und ich habe auch ein kleines Album erstellt.
Auch im Bericht über die anderen Tage der Laufreise sind die Bilder jetzt eingefügt und ein kleines Album erstellt.
Viel Spass beim Anschauen und einen schönen Sonntag wünscht euch
Eure Rückkehrerin
Petra
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Freitag, 15. august 2008
Community: Die Welt des Sports
veröffentlicht in: Was mich sonst noch bewegt
Ich habe heute zu meinem Artikel  "Olympische Spiele in Peking - am Rande notiert " einen Kommentar von Etzelmania erhalten, der mich echt nachdenklich gemacht hat und der es mir wert ist, in einem eigenen Artikel diskutiert zu werden.

Hier Etzelmanias Kommentar auf meine Bemerkung, daß es ein Fehler war, die olympischen Spiele nach China zu vergeben:

"Sorry, ich muss Petra da doch mal deutlich widersprechen. Ich finde nicht, dass es ein Fehler war, die Spiele nach China zu vergeben. War es ein Fehler, 1980 die Spiele nach Moskau zu vergeben, weil die UdSSR nach Afghanistan einmarschierte? War es ein Fehler, Spiele in die USA zu legen, die einen jahrzehntelangen Krieg in Vietnam führten und nun in Afghanistan oder Irak dasselbe machen wie die Russen damals? (Weitere Beispiele ließen sich problemlos in der Geschichte finden. Und klar haben die Russen damals Afghanistan unterdrückt und jetzt wird es von uns befreit.)
China macht genau nichts anderes, als alle anderen Länder auch, die olympische Spiele ausrichten. Die Chinesen möchten der Welt beweisen, dass sie dazu in der Lage sind, so ein Sportereignis durchzuführen und ringen um Anerkennung in der Welt. Das ist erst mal legitim. Dass teilweise (für uns) seltsam anmutende Dinge passieren, finde ich auch nicht in Ordnung und die verurteile ich auch.
Aber trotzdem hat China mit den Spielen die Chance, sich der Welt zu öffnen. Das hat die Welt ja auch jahrzehntelang lautstark gefordert. Dass aber jede Pressetante, jeder Rundfunkreporter, jeder Fernsehmoderator der Meinung ist, er könne festlegen, welche Politik China zu machen hat, finde ich meilenweit daneben.
Nebenbei, ich gucke auch kaum was von den Spielen. Die Eröffnung z.B. habe ich teilweise gesehen. Wenn ein Kommentator bei so einem wirklich ganz toll gemachten Ereignis in jedem 2. Satz das Wort Menschenrechte und in jedem 4. Satz das Wort Doping verwendet, finde ich das nur noch daneben. Der Sport findet im Fernsehen kaum statt. Es ist Kriegsberichterstattung mit allen Mitteln der dazu gehörenden psychologischen Beeinflussung. Anders kann man das nicht nennen. Und warum das alles? Die Chinesen machen eine andere Marktwirtschaft, als sich das die Europäer oder die Amerikaner vorstellen, und das auch noch erfolgreich. Das macht uns Angst, vielleicht sogar berechtigt. Wer will schon, dass Siemens in ein paar Jahren eine chinesiche Firma ist? Oder VW? Deshalb wird in der Berichterstattung alles, aber auch alles pedantisch unter die Lupe genommen und jedes noch so kleines Detail hämisch ausgeschlachtet. Tolle Medienfreiheit!
Die Leidtragenden sind wie in Moskau oder Los Angeles die Sportler, auf deren Rücken politische Machtspielchen ausgetragen werden, die ihre Leistungen zur Nebensache werden lassen.
Hinzu kommt, dass offensichtlich die chinesischen Sportler doch ganz gut zu sein scheinen. Natürlich nur scheinen, weil solche Leistungen natürlich NUR mit Doping erreicht werden können. Oder etwa nicht? Könnte vielleicht auch eine völlig andere Sportförderung als in Deutschland die Ursache sein? (Dumme Frage, Deutschland ist unfehlbar.)
Der Gipfel war vorhin ein Interview mit Michael Johnson, bei dem sich ein Johannes B.Kerner nicht entblödet hat, ihn danach zu fragen, ob er gedopt habe, weil sein 400m-Weltrekord seit einigen Jahren Bestand hat. Und für solche Instinktlosigkeiten zahle ich auch noch Rundfunkgebühren!
Habt Ihr Euch mal überlegt, das Ihr vielleicht auch nur wegen dem doofen Gequatsche bei JEDER Übertragung keine Lust mehr habt, Euch das anzutun? Weil es Politikshow aus der untersten Schublade und keine Sportberichterstattung ist?
So, nun könnt Ihr meinen Beitrag in der Luft zerfetzen. ;-) Kann mich allerdings die nächsten 3 Tage nicht wehren. Ich hoffe, dass auf dem Highfield wirklich Rockmusik im Vordergrund steht und mich außer den SPORTfreunden Stiller nichts an Sport erinnert. Höchstens vielleicht die Ergebnisse der Bundesliga, denn da gibt's ja nun wirklich kein Doping. (Ob Johannes beim nächsten Interview Jürgen Klinsmann fragen wird, ob er gedopt hat, weil er 'n paar tore für die Nationalmannschaft geschossen hat?)

Bis Montag verabschiedet sich von Euch mit ganz
LG etzelmania



Auch wenn Etzelmania sich erst mal für die nächsten Tage verabschiedet hat, möchte ich hier schon mal meine Meinung dazu kundtun.

Mich hat dieser Kommentar genau wie Sonne sehr nachdenklich gemacht. Da ist bestimmt auch einiges dran. Klar - unsere Medien haben riesigen Einfluß auf die Meinungsbildung in Deutschland, was sie auch reichlich nutzen. Aber trotzdem gehört auch zu unserer Meinungs- und Pressefreiheit, daß jeder Journalist offen seine Meinung vertreten darf. Damit müssen wir umgehen (lernen). Das ist vor allem dann nicht ganz einfach, wenn man selbst eine andere Meinung hat.
Das ist mir tausendmal lieber, als ein "verordneter Maulkorb" oder künstliche "Firewalls", die bestimmte Berichterstattungen gar nicht erst zulassen. Solch eine Firewall ist im chinesischen Internet errichtet.  Das heizt die Diskussionen zusätzlich an. Journalisten aus der westlichen Welt sind es halt nicht gewöhnt, in irgendeiner Form eingeschränkt zu werden.

Andererseits werden solche Machenschaften, wie das Doublen der kleinen Sängerin eben nicht großartig in den Medien "hochgespielt", ich finde sogar eher "geduldet". Das finde ich noch heftiger. Findet das wirklich keiner so schlimm wie ich? Vielleicht, weil auch in anderen Ländern Kinder keine Lobby haben? Vielleicht, weil auch in Europa Schönheit über alles geht? Wichtiger ist, als die Leistungen, die man erbringt?

Das Thema Doping ist m.E. kein China-typisches Phänomen, sondern ein weltweites Problem des Sports, welches letztendlich auch wir Zuschauer mit zu verantworten haben. In unserer "Leistungsgesellschaft" existiert nur Platz für die Sieger. Jeder, der nicht gewinnt, ist ein Versager. Ich denke dabei an einige "Überschriften" in unserer Presse in den ersten Tagen der Olympiade, als für Deutschland noch kein Medaillensegen niederprasselte.
Die Häme hat mich genervt. Und wenn in diesem Zusammenhang chinesische Sportler des Dopings bezichtigt werden, finde ich das genau wie Etzelmania auch daneben.
Erst wenn wir wieder anfangen sollten, den Verlierer genauso zu respektieren wie den Gewinner, haben wir vielleicht eine Chance gegen das Doping. Aber das ist wohl purer Idealismus.
Für mich ist jeder Olympiateilnehmer ein Gewinner. Immerhin muß man es erstmal soweit bringen.
Allerdings sollte uns das nicht daran hindern, den Ursachen auf den Grund zu gehen, warum wir in einst so erfolgreichen deutschen Sportarten heute sooo hinterherhinken. Hier hat es der Hönower auf den Punkt gebracht. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Und in noch einem Punkt muß ich Etzelmania recht geben: Man solte China wirklich die Chance geben, zu beweisen, daß sie in der Lage sind, ein solches Ereignis auf die Beine zu stellen. Und trotzdem muß man die Mißstände, die es dort gibt, ansprechen und darf sie nicht totschweigen. Vielleicht sollten hier unsere Journalisten hier ein wenig mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legen. Die Leidtragenden sind die Sportler aus aller Welt.

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Mittwoch, 13. august 2008
Community: Die Welt des Sports
veröffentlicht in: Was mich sonst noch bewegt

Wir sind mittendrin in den olympischen Spiele in Peking - wir freuen uns über unsere Olympiasieger, wir leiden mit den vielen Sportlern, die sich ihre Träume nicht erfüllen konnten.

Und: Wir schauen, was sonst noch so passiert.

 Da klatschen die vielen Chinesen Beifall. Ist eigentlich nichts außergewöhnliches. Ist vollkommen normal. Wirklich normal?

Nein, das ist kein spontaner Beifall, wie wir ihn kennen. Die chinesischen Behoerden haben doch tatsächlich Vorschriften für einen korrekten olympischen Beifall ersonnen. Wichtigste Regel, so schreibt die "Welt Kompakt": Der Beifall muß zivilisiert sein und es sollen auch ausländische Athleten beklatscht werden. Ist das nicht eigentlich selbstverständlich? Ich glaube, die chinesischen Sportfans brauchen diese Regelwut nicht. Ich bin überzeugt, daß die meisten von ihnen aufrichtig stolz sind, daß die Spiele in ihrem Land ausgetragen werden. Ein Volk braucht keine Bevormundung.

 
Total entrüstet hat mich der Bericht über die kleine Ya
ng Peiyi, die bei der Eröffnungsfeier das Lied singen durfte, aber durch ein Double ersetzt wurde. Einfach, weil sie nicht so hübsch ist wie ihr Double Lin Miaoke. Was ist das für eine perverse Welt? Ein Mädchen mit einer Wahnsinns-Stimme wird einfach durch ein anderes Mädel ersetzt, das  Ruhm und die Ehre einsteckt für eine Leistung, die es nicht erbracht hat. Wie soll ein Kind das verstehen und verkraften? Ein Kind, daß regelrecht betrogen wurde. Weil es angeblich nicht so hübsch ist. Wer entscheidet eigentlich über Schöhnheit? Ich finde Yang Peiyi süß. Sie ist wie jedes Kind einzigartig und schön.
Mir stehen die Nackenhaare zu Berge. Wie kann man einer Kinderseele sowas antun?           
Aber es gibt auch Beeindruckendes zu berichten. Wenn sich  Sportler kriegsführender Nationen in den Armen liegen, sagt das mehr als tausend Worte. Sportler brauchen
keinen Krieg. Vielleicht haben auch sie ein ganz kleines bischen beigetragen zum Waffenstillstand.

Und ihr liebe Leser: Was denkt ihr darüber? Was hat euch in Peking beeindruckt? Was erschüttert euch? Wie empfindet ihr die Olympischen Spiele im Reich der Mitte? Ich freu mich auf eure Meinungen und Kommentare.

olympische Grüße

eure Petra

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Freitag, 8. august 2008

veröffentlicht in: Was mich sonst noch bewegt

































Ich laufe heute abend für Eyko.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die mit uns und unseren kleinen Dackel Eyko gelitten haben. Er war 10 Jahre lang Tag und Nacht bei uns, er war ein treuer Freund.
Wir vermissen ihn, aber wir sind froh, daß er nicht mehr leiden muß.
































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Mittwoch, 6. august 2008

veröffentlicht in: Was mich sonst noch bewegt




















Es gibt Situationen, in denen auch das Laufen nicht hilft.


Unser Dackel Eyko kämpft um sein Leben. Er ist schwer krank und seine Chancen stehen 50:50. Unser Tierarzt tut alles, um ihm zu helfen.
Wir hoffen und leiden mit ihm.

Aber in einer Beziehung ist Eyko wie ich: Er ist ein Kämpfer. Er hat schon soviel geschafft. Er hatte eine schwere Dackellähmung, die er überwunden hat, er hat so manchem Kampfhund gezeigt, wer der Herr im Revier ist und auch mal die Niederlage eines Hundebisses hinnehmen müssen.

Aber er hat jede gesundheitliche Krise überwunden.
Er wird es auch dieses Mal schaffen. Wir hoffen so sehr, daß er bald wieder munter durch den Garten springt und mit uns spielt.

Und im nächsten Jahr brauchen wir ihn doch wieder als Maskottchen unserer Rennsteiglaufstaffel!



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