Donnerstag, 18. september 2008
Community: Laufen
veröffentlicht in: Laufereignisse
Oh je!   Hans, unser Hotelier  im Schweizer Grächen hat mir ein Foto vom Alpenmarathon  geschickt, welches ca 6km vorm Ziel entstanden ist. Ich habe wirklich keine Höhenangst, aber als ich das Bild gesehen habe, ist mir nachträglich ganz schlecht geworden....
Soooooooo steil hatte ich das gar nicht in Erinnerung! Oben die beiden roten Punkte mit den weißen Kappen - das sind Frank und ich. Aber da oben hatten wir nicht die Spur von Angst. Die kam eben erst beim Anschauen....
 

































Und trotzdem werde ich es wieder tun! :-)))))
Danke, lieber Hans, dass Du mir dieses Foto zur Verfügung gestellt hast!
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Montag, 1. september 2008
Community: Laufen
veröffentlicht in: Laufereignisse

30.08.2008 Der Tag der Wahrheit

Eine kurze und trotzdem nicht enden wollende Nacht liegt hinter mir. Wir bisher vor jedem Marathon habe ich nicht all zu viel geschlafen. Zu viele Dinge schwirren mir durch den Kopf – vor allem immer wieder die bange Frage: Werde ich es schaffen?

Ich weiß, dass ich einen starken Willen habe – aber ob der ausreicht? Es handelt sich schließlich nicht um irgendeinen flachen Marathon, sondern um einen Bergmarathon.  Boris hat uns aufgefordert, dass jeder sein ganz persönliches Ziel für den Marathon schriftlich fixiert.

Auf meinem kleinen Zettel habe ich geschrieben:

„Mein Ziel für den Alpenmarathon ist: zusammen mit Frank vom 
Laufladen Erfurt ohne Krämpfe, mit einem Lächeln auf den Lippen aufrecht laufend das Ziel zu erreichen.“

Nicht mehr, aber auch  nicht weniger. Einfach ankommen – und zwar  innerhalb der  Zielzeit von maximal 8Stunden und 30 Minuten.

 

3.30 Uhr – Zeit zum Aufstehen

Beide Wecker klingelten fast zeitgleich – obwohl ich heute keinen gebraucht hätte. Ich war wach und putzmunter. Meine Laufsachen hatte ich bereits am Vortag zurechtgelegt.  Da es frühmorgens  immer noch recht kühl war, entschloss ich mich, über das kurze Shirt erst mal noch ein langes anzuziehen. Noch ein kurzer Check – es war alles da: Laufsensor, Pulsgurt , Uhr und diverse Riegel. Die Flaschen für den  Getränkegürtel waren gefüllt und die Salztabletten waren auch dabei. Ich habe lange überlegt, ob ich die Salztabletten überhaupt nehme, da ich mir nicht sicher war, ob sie wirklich die erhoffte Wirkung haben und ich vorher mehrfach von deren Einnahme gewarnt wurde. Andererseits stand da auf meinem persönlichen Zielzettel u.a. „ohne Krämpfe“ anzukommen.  Aber unser Trainer und Sportwissenschaftler Boris hat meine Bedenken zerstreut und ich war fest entschlossen, die Tabletten bei  Bedarf zu nehmen.

 

4.00 – Frühstück

Das Frühstück um diese Uhrzeit ist wohl reine Vernunftsache. Hunger hatte ich überhaupt nicht. Trotzdem habe ich etwas Weissbrot mit Honig gegessen und auch eine Tasse Kaffee und Saft getrunken.

 

4.30 – Abfahrt

Fast pünktlich saßen wir im Auto: Frank, Jürgen, Sabine, Martina, Conny, Coach Rainer und ich.  Wir zählten uns zu den „Touristen“, die bereits um 6.30 Uhr starten würden. Der Start der Eliteläufer war erst 08.30 Uhr. Die „Elite“ unserer Gruppe – Oliver, Martina und Nanett – konnten sich also nochmal im Bett rumdrehen und (fast) richtig ausschlafen.

Wir hatten einen relativ langen Anfahrtsweg. Aber  Samstag früh waren die Straßen wie leergefegt und wir kamen gut voran. Außerdem hatte Frank einen ordentlichen Zeitpuffer eingeplant, es sollte also nichts schiefgehen. Trotzdem gab es da eine Schrecksekunde. Kurz vor der Ankunft zeigte sowohl der Wegweiser nach rechts als auch der nach links die Richtung Anzere an. Frank entschied sich für links. Irgendwie führte dieser Weg auch nach Anzere – aber wahrscheinlich war dies nicht gerade der kürzeste und direkte Weg. Die Serpentinen zogen sich ewig hin und in mir stieg eine leichte Panik auf – allerdings völlig unbegründet.  Zirka  25min vor dem Start waren wir in Anzere. Es war noch Zeit genug zur Abholung der Startunterlagen, Anheften der Startnummer und einem letzten Gang zur Toilette. Es war keine Zeit mehr, sich aufzuregen und nervös zu machen. Es hat mir sehr geholfen, nicht allein zu sein. Und ich wusste: Frank wird mich nicht allein lassen, auch und vor allem dann, wenn es bei mir nicht so gut laufen würde. Jetzt gab es kein zurück mehr.

 
6.30  Der Start













Pünktlich gingen wir auf die Strecke: Jürgen, Sabine, Frank und ich. Wir verabschiedeten uns von Rainer, Martina und Conny, die weiter zum Start  des Halbmarathons fuhren.

Auch Jürgen und Sabine verloren wir bald aus dem Auge. Ich lief wie geplant zusammen mit Frank.  Bereits kurz nach dem Start ging es gleich steil bergan. Langsam bekam ich eine leise Ahnung davon, was auf mich zukommen würde. In mir machte sich ein ungutes Gefühl breit, da ich bereits nach kurzer Zeit ein Stück gehen musste. Das lag nicht daran, dass meine Muskeln noch nicht warm waren. Es war einfach zu steil. Jedenfalls für mich. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass es noch viel steilere Anstiege geben würde.

Langsam lief ich mich ein und es begann ein Streckenabschnitt, der relativ wenige Höhenmeter aufwies. Wir genossen gemeinsam die wunderschöne Sicht auf die Schweizer Alpen. Frank zeigte mir den Mont Blanc, der angestrahlt von der aufgehenden Morgensonne wie ein glühender Kegel aussah. Bereits weit unter uns lag Anzere, dass von oben gesehen eine traumhafte Idylle vermittelte. Wir liefen entlang eines Wasserleitungssystems bis wir an einen Stausee mit einer malerischen Kulisse kamen.  Dort erreichten wir auch den ersten Verpflegungsstand. Obwohl es ausreichend zu essen und zu trinken gab, hatte ich meinen Getränkegürtel dabei – gefüllt mit Basica Sport und meinen Salztabletten.  An der leckeren Ovomaltine Schokolade lief ich vorbei und griff lieber zu den gewohnten Riegeln, einer Boullion und einer Salztablette.

Frisch gestärkt ging es weiter . Wie es in den Bergen so ist, geht es nach einem Anstieg auch wie hinunter. Auf unserer Strecke sogar ziemlich steil, auf engen Pfaden, über Wurzeln und Steine. Wir mussten höllisch aufpassen, dass wir nicht stürzen und konnten einige Passagen nur gehen. Da stellte sich mir schon die Frage, wie das die schnellen Läufer ohne Sturz laufend bewältigen.

Die Strecke war erstklassig abgesichert, die Wege waren deutlich markiert und an gefährlichen Stellen waren zusätzliche Sicherungen angebracht und von Sicherheitskräften überwacht.

 

Morgens Halb Zehn in Crans Montana










Nach etwas mehr als 3 Stunden erreichten wir den Halbmarathonpunkt in Crans Montana, wo uns Rainer erwartete und „versorgte“. Ich zog mein langes Shirt aus und wechselte den Getränkegürtel, den ich mir extra neu gekauft hatte. Trotz einer kleine „Versorgungspanne“
  konnte es zügig weitergehen.  Jetzt lag das schwierigste Stück vor uns.

Vor uns lagen 10km, in denen ca. 900 Höhenmeter bewältigt werden mussten. Theoretisch war mir schon klar, dass dies nicht ganz ohne ist – aber in der Praxis war alles noch viel schlimmer. Es ging nicht einfach nur bergauf, sondern es ging steil bergauf. Ans Laufen konnte ich hier nicht mehr denken. Wir gingen im zügigen Walkingschritt. Nach jeder Kurve hoffte ich, dass es nicht mehr so steil weitergeht, aber den Gefallen hat mir der Weg nicht getan. Mein Puls lag so ziemlich am Anschlag und es kam der Punkt, an dem ich mich schon gefragt habe, wieso ich mir so etwas antue.  Aber ich kämpfte mich durch - so gut es ging. Frank motivierte mich, mein Tempo wenigstens zu halten und gleichmäßig zu laufen.  So nach ca. 25km – wir hatten noch nicht einmal die Hälfte der Höhenmeter hinter uns, begann meine Wade zu zucken und die Oberschenkel dichtzumachen. Ich hatte in dieser Situation einfach Angst, die blanke Angst, dass jetzt die Krämpfe kommen und alles aus ist.

Wenn man beim Rennsteiglauf nach 30km Krämpfe bekommt, kann man zur Not bis ins Ziel walken und man kommt noch in der Zielzeit an. Das würde hier aber nicht funktionieren. Ich schluckte eine Salztablette und hoffte, dass sie wirkt und mir hilft. Ich war froh, dass ich meinen Gürtel dabei hatte und trinken konnte, auch wenn ich das Gefühl hatte, einen Wackerstein mit mir rum zu schleppen.

Ich hätte den Gürtel doch vorher mal ausprobieren sollen. Diese Erkenntnis kam allerdings für dieses Mal zu spät. Ich nahm meine Getränkeflasche von nun an in die Hand.

Frank gab mir gute Tipps und machte mir Mut, hat mir allerdings auch gesagt, dass ich – wenn es nicht anders geht – eine Entscheidung treffen muss. Aber genau das wollte ich nicht, ich wollte ankommen, und zwar lächelnd, ohne Krämpfe und aufrecht laufend. Aber es war noch ein weiter Weg.

An der nächsten Verpflegungsstelle fragte mich ein netter französisch sprechender junger Mann , ob er mich massieren soll. Ich nahm das Angebot dankend an. Ich wusste: lieber diese 5min Zeit verlieren, als später  Krämpfe bekommen und vielleicht einen halbe Stunde oder mehr zu verlieren.

Gleich 2 Masseure nahmen sich zeitgleich  meiner Waden und Oberschenkel an und schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich wieder fit. Den Wein, der uns zur Verkostung angeboten wurde, lehnten wir vorsichtshalber ab…

Nachdem Franks Knie „physiotherapeutisch“  auch wieder „runderneuert“ war, ging es weiter – immer noch bergauf.  Aber es lief! Die Muskeln waren locker und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass es einen Krampf geben könnte.  Ich konnte wieder zügig bergan walken und das eine oder andere Stück auch laufen. Kurz vorm Gipfel fing der Oberschenkel wieder an, dichtzumachen. Ich nahm noch eine Salztablette und kämpfte mich weiter durch bis zum höchsten Punkt der Strecke. Dort verteilten Zuschauer Wasser an alle, die außerhalb der  offiziellen Verpflegungsstellen Durst hatten.

Auch davon lebt solch ein Lauf.

Nun ging es fast nur noch bergab. Wir liefen gleichmäßig und ich hatte das Gefühl, dass es von Schritt zu Schritt besser bei mir lief. Es ging über Almen, die Kühe waren unser Zuschauer. Immer wieder schweifte unser Blick zur märchenhaften Alpenkulisse und wir träumten von einem Häuschen in den Schweizer Alpen.

An der nächsten Verpflegungsstelle überholte uns Oliver von unserer „Elitetruppe“. Er sah sehr gut aus und hatte die 2 Stunden Startvorsprung bereits herausgelaufen.

Ich ließ mich noch mal massieren – allerdings nur vorbeugend. Ich wollte einfach kein Risiko eingehen und mein Ziel erreichen.  Auch Frank ließ die Masseure nochmal nach seinem Knie schauen, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Ich hatte das Gefühl, dass es jetzt wie von allein lief. Die noch zu laufende Kilometerzahl wurde immer weniger… Jetzt würden wir es theoretisch auch schaffen, wenn wir den Rest walken würden. Aber das wollten und mussten wir nicht. Kurz vor der letzten Verpflegungsstelle erwartete uns noch eine Überraschung: Hans war 6km hoch in die Berge gelaufen, um uns alle an einer günstigen Stelle zu fotografieren. Er wünschte uns noch viel Glück für den Rest der Strecke und schon waren wir außer Sichtweite. Ein fröhlicher Jodler von hinten kündigte an, dass unsere 2. Eliteläuferin Martina uns gleich überholen würde. Auch sie sah noch sehr gut aus und war innerhalb kurzer Zeit wieder aus unserem Blickfeld verschwunden.

Kurz danach trafen wir an der letzten Verpflegungsstelle am km 39 ein. Jetzt war es Zeit für mein Powergel, dass mir für die letzen km noch mal einen Kraftschub verleihen sollte. Wahrscheinlich war das nicht unbedingt nötig, aber wenn man fest dran glaubt, hilft auch dies…

Locker ging es weiter. Kurz vorm Ziel gab es wieder ein paar kleinere Anstiege, die normalerweise kein Problem darstellen, aber an dieser Stelle nochmal richtig schwerfielen.

Das Ziel

Plötzlich war er da: der Sportplatz von Leukerbad, unserem Ziel. Noch etwa 100m auf der Tartanbahn laufen. Das Ziel war in Sichtweite. Ich genoss jeden Meter. Wir haben es geschafft! Wir waren beide überglücklich, wir lagen uns in den Armen, unsere Endorphine sprangen im Dreieck.














 

 

Es ist so ein unbeschreibliches Gefühl, einen solchen Kraftakt geschafft zu haben. Ich habe meinen Alpenmarathon gefinisht. Ich bin tatsächlich einen richtigen Bergmarathon gelaufen, den man mit keinem flachen Marathon vergleichen kann. Ich wusste nicht, wie schwer es wirklich wird. Jetzt weiß ich erst: Es war verdammt  schwer, viel schwerer als ich mir vorgestellt habe.  Aber im Ziel ist man einfach nur noch glücklich.

Wir freuten uns gemeinsam  über die Leistung der anderen Läufer unserer Truppe und gratulierten uns gegenseitig. Jeder hatte sein Bestes gegeben. Jeder war ein Sieger!

 





 

 

 










Dann suchte ich mir eine ruhige Ecke, in der ich für 5min einfach für mich allein sein konnte. Ich war so überwältigt von meinen Gefühlen und Emotionen, die ich einfach zu diesem Zeitpunkt noch  mit keinem teilen wollte. Das sind genau die Momente, in denen ich weiß: Ich werde es wieder tun. Und ich hoffe, dass ich es noch sehr lange kann.

Der Abend

… verlief genauso, wie man es sich vorstellt, wenn ein Haufen endorphingeladener Läufer feiert. Wir waren alle glücklich, ausgelassen und haben unseren Lauf gefeiert, bis wir mehr oder weniger totmüde in die Betten gefallen sind.

Nachtrag

Trotz der Anstrengung war ich am nächsten Tag in der Lage, die Treppe hoch und runter zulaufen. Aber: Tag 2 danach war heftig.  Es ist schwierig, sich hinzusetzen und wieder aufzustehen. An der Zehe ist eine große Blase. Weitere Blessuren gibt es nicht.

Das ist alles nicht so schlimm. Der Schmerz geht, aber der Stolz wird bleiben.

 

Nachtrag 2

Es war ein toller Lauf, super und nahezu perfekt organisiert. Die Strecke war erstklassig markiert und abgesichert. Der Veranstalter hat einen Lauf organisiert, von dem ich noch sehr lange zehren werde. Die Kulisse war traumhaft und auch das Wetter. Der Zieleinlauf auf dem Sportplatz war toll, der anschließende Besuch der Therme war im Startpreis inbegriffen war super für die Regeneration.

Es ist sehr schade, dass dieser wunderschöne Lauf nur von ca. 300-400 Läufern in Angriff genommen wurde. Dieser Lauf hat mehr verdient und ich würde mich sehr freuen, wenn er  in den nächsten Jahren stärkeren Zulauf bekommen würde.

 

Danke

An dieser Stelle möchte ich mich ganz persönlich bedanken.

Mein ganz herzlicher Dank gehört Dir, lieber Frank.  Du hast seit 1 ½ Jahren stark  meine läuferische Entwicklung beeinflusst. Du hast mir  Mut gemacht, 2007 den Rennsteiglauf – Marathon in Angriff zu nehmen, ihn 2008 zu wiederholen und bist mit mir gemeinsam den Alpenmarathon gelaufen. Du hast mir die Sicherheit gegeben, nicht allein zu sein auf der Strecke. Du warst einfach für mich da – auch und gerade in der Situation, als es bei mir kriselte. Du wärst niemals ohne mich weitergelaufen. Genau dieses Wissen war für mich Grund genug zu kämpfen. Ich hätte es mir nie verziehen, wenn Du wegen mir vielleicht nicht angekommen wärst.

Wir haben es gemeinsam geschafft und letztendlich alles richtig gemacht. Mein persönliches Ziel ist Realität geworden. Ich bin mit Dir zusammen, ohne Krämpfe, aufrecht laufend und mit einem Lächeln auf den Lippen ins Ziel gekommen.

Vielen, vielen Dank, dass Du mir dieses Erlebnis möglich gemacht hast.  An den Augenblick des Zieleinlaufs werde ich noch lange denken.

Bedanken möchte ich mich auch bei Dir, lieber Martin. Du hast mein Training geplant und damit entscheidend dazu beigetragen, mein Ziel zu erreichen.

Ein ganz herzliches Dankeschön auch an Ursi und Hans für ihre liebevolle Betreuung in ihrem Nichtraucherhotel "Stutz". Ihr habt alles für uns getan, nur laufen mußten wir selbst. Es war so toll, daß wir uns um nichts weiter kümmern mussten.

Nicht zuletzt bedanke ich mich ganz herzlich bei meinem Mann, der meinen „Laufspleen“ geduldig erträgt und mich in jeder Hinsicht unterstützt. Ohne diese Unterstützung hätte das“ Unternehmen Alpenmarathon“ nicht funktioniert.

Den kompletten Bericht über unsere Laufreise findet ihr hier
  und die restlichen Bilder in diesem Album.

 

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Montag, 1. september 2008
Community: Laufen
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27.08.08. Die Anreise

Nun hat das Abenteuer endlich begonnen. Nach einer entspannten Autofahrt über Basel, an Bern vorbei, auf einem Autozug durch den Lötschbergtunnel  sind wir nachmittags im wunderschön gelegenen, liebevoll geführten ersten Nichtraucherhotel der Schweiz „Stutz“ auf der Sonnenterasse Grächen im Kanton Wallis angekommen.








Dort erwarteten uns die Teilnehmer des alpinen Trainingslagers, das gemeinsam vom Laufladen Erfurt und dem Hotel Stutz organisiert wurde. Wie nicht  anders zu erwarten, stand auch gleich die nächste Trainingseinheit an, die wir selbstverständlich gleich mitmachten. Es war ein Training mit der „Black Roll“, der schwarzen Rolle, von der wohl keiner von uns bisher etwas gehört hatte.

Was es damit auf sich hat, werde ich euch in einem späteren Artikel berichten. An dieser Stelle nur so viel:  Ich habe wohl noch nie so schmerzhafte Erfahrungen beim Sport gemacht, aber auch noch nie solch eine Wirkung hinsichtlich der Lockerung der Muskulatur erlebt. Leider mussten wir kurzzeitig unterbrechen, da wir auf der Wiese Platz für die Ziegen des Besitzers machen und auf den Sportplatz umziehen mussten  Zum Schluss machte unser Trainer Boris mit uns autogenes Training und progressive Muskelentspannung, bei der ich Mühe hatte, nicht einzuschlafen.

Am Abend wurden wir von einem tollen 3-Gänge Menü von Hans und Ursi im Hotel verwöhnt und wir ließen uns dabei von den ersten Tagen des alpinen Trainingslagers berichten.  Die Läufer, die bereits am Samstag angereist waren, hatten schon den Matterhornlauf über 12,4km mit weit mehr als 1000 Höhenmetern  in den Beinen und etliche Trainingseinheiten absolviert.

Für mich persönlich war es sehr schön, mich mit vielen Gleichgesinnten zu unterhalten und einen entspannten Abend zu verbringen. Das lenkte mich von meiner Nervosität ab und ich hatte erstmalig das Gefühl, gut damit umgehen zu können.

 

28.08.08 Der 2.Tag

Dieser Tag sah keine weitere Trainingseinheit mehr vor, sondern sollte ausschließlich der Entspannung dienen. Trotzdem machte ich morgens eine kleine Laufeinheit – einfach, um mich zu akklimatisieren. Hier geht es allerdings nirgends einfach nur gerade aus, sondern entweder steil nach oben oder steil nach unten. Ich entschied mich für steil nach oben und merkte sehr schnell, dass man das hier nicht mit den Hügeln in der Wetterau vergleichen kann. Ziemlich schnell war mein Puls ziemlich weit oben – und wieder war die Angst da, ob ich das schaffen kann. Aber Boris hat uns gestern eingeschärft, immer positiv zu denken. Ich weiß, dass ich zu Beginn einer Laufeinheit immer Probleme habe, aber wenn die Muskeln einmal warm sind, geht das vorbei. Ich werde mich durchbeißen, auch wenn es zwischendurch mal schwer fällt.

 Nach dem Frühstück gingen wir auf Bergwandertour. Hans vom Hotel Stutz war unser (Berg)führer. Er hatte eine wunderschöne Strecke für uns geplant, mit tollen Aussichten und nicht zu schwierig. Schließlich wollen wir ja in 2 Tagen einen Marathon laufen.
















Deshalb ersparten wir uns den kräftezehrenden Aufstieg und fuhren mit der  Seilbahn auf fast 2000m Höhe. Von dort wanderten wir eine wunderschöne Strecke auf nahezu gleichbleibender Höhe von 2000-2300m Höhe. Ursi hatte uns ein Lunchpaket gepackt, das wir mitten auf dem Berg, auf einem kleinen Plateau, zu uns nahmen.








Immer wieder zeigte uns Hans nicht nur die Schönheit der Schweizer Berge, sondern erzählte uns einiges über deren Geschichte. Die Zeit verging wie im Fluge, bis wir zu unserem Ziel an der Moosalp kamen. Ich glaube, ich habe noch nie solche „Essenskunstwerke“ gesehen, wie auf dieser Alp.







  


Von dort aus ging es im Postauto mehr als eine Stunde in schmalen Serpentinenstraßen durch Törbel nach Stalden ins Tal und von dort mit einem Sammeltaxi zurück ins Hotel. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und ich hatte wiederum keine Zeit, mich und die anderen nervös zu machen. Allerdings hatte ich doch die Befürchtung, dass die Wanderung Kräfte fordert, die mir beim Alpenmarathon fehlen würden. Aber es ging mir gut und ich hatte keinerlei „Ermüdungserscheinungen“

 

29.08.08 Der Tag davor

Im Gegensatz zu gestern war für heute „nur“ ein Spaziergang vorgesehen – aber nicht ohne vorher noch eine Trainingseinheit mit der „ Black Roll“ zu absolvieren. Es war schon nicht mehr so schmerzhaft wie beim „ersten Versuch“  , tat aber trotzdem noch gehörig weh. Kaum vorstellbar, dass diese Einheit zum regenerativen Training gehören soll, aber es war tatsächlich so.

Danach ging es nach „Hoghschutten“, einer Aussichtsplattform mitten am Berg mit einer herrlichen Kulisse, wo wir gemeinsam  echtes Schweizer Raclette genießen konnten. Dieses wurde im Freien über einen Holzfeuer einzeln für jeden Gast angerichtet. Es hat nicht nur ganz toll geschmeckt, sondern es war auch sehr interessant, dem Koch dabei zu zuschauen.















Auf dem Rückweg ging es an einem kleinen Kneipp-Becken vorbei, wo uns unser Wanderführer Hans in die Geheimnisse des Kneippens einwies und wir danach durchs eiskalte Wasser stakten. Es war der blanke Wahnsinn, wie frisch sich die Füße danach anfühlten.








Der Rest des Tages war dann einfach nur noch „mentale Vorbereitung“ – jeder, wie er es für sich wollte. Ich packte meine Tasche, mixte mir meine Getränke und überlegte tausendmal, ob ich auch ja nichts vergessen habe. Die Auswahl der Kleidung war kein Problem. Mittlerweile war es klar, dass es ein Hitzemarathon werden würde. Das wird hart, zumal ein großer Teil der Strecke in der Sonne verläuft. Gut, dass der Start  bereits 6.30 Uhr erfolgt. So haben wir wenigstens auf der ersten Hälfte der Strecke angenehme Temperaturen.

Jetzt hat die Nervosität mit ganzer Macht zugeschlagen. Noch eine Nacht überstehen. Morgen  heißt es:  4.00Uhr aufstehen, 4.30Uhr ist Abfahrt zum Startort nach Anzere.

Es wird Zeit, dass es losgeht.
Den Laufbericht findet ihr hier und weitere Bilder von unserer Laufreise
in diesem Album.

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Dienstag, 26. august 2008
Community: Wellness und Gesundheit
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Die Koffer sind gepackt, die Laufschuhe geschnürt und das schöne Wetter ist bestellt.
Morgen früh - in aller Hergottsfrühe fahren wir los. Zuerst in unser Hotel nach Grächen. Dort werden wir 2 schöne Tage verbringen, bevor am Samstag früh 6.30 Uhr der Startschuss zu dem wohl größten Abenteuer meines Lebens fällt.
Eigentlich ist alles gesagt. Ihr habt in den letzten Wochen verfolgen können, wie ich mich vorbereitet habe, wie ich meinen Trainingsplan umgesetzt habe. Ihr habt mir mit euren Kommentaren immer wieder Mut gemacht, auch wenn es mal nicht so gut lief. Dafür denke ich euch ganz herzlich.
Am Samstag nachmittag, wenn ich hoffentlich gut angekommen bin, wird Sonne zu diesem Artikel einen Kommentar schreiben und euch kurz informieren, wie es gelaufen ist und wie es mir geht.
Auf meinen ausführlichen Laufbericht werdet ihr noch einige Tage warten müssen, denn nach dem Marathon ist Urlaub angesagt. Dann ist Zeit zum Relaxen, Sauna, Whirpool, Massagen, Spaziergänge, Wanderungen, Ausschlafen (ich will euch nicht neidisch machen) ....und Urlaub von Schepptop und Internet.
Aber den Laufbericht werde ich während meines Urlaubs fertigstellen, versprochen!

Ich verabschiede mich erstmal von euch mit ganz herzlichen Grüßen
Eure Petra
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Sonntag, 17. august 2008
Community: Laufen
veröffentlicht in: Laufereignisse
















Schon seit Wochen habe ich mich auf diesen Lauf gefreut - meinen letzten Trainingslauf vor dem Alpenmarathon.
Es ging hinauf auf den zwar nicht höchsten, aber markantesten Berg Thüringens - den direkt auf dem Rennsteig gelegenen Inselsberg. Auf 21,1km waren insgesamt fast 800HM zu bezwingen.

Aber gefreut habe ich mich nicht nur auf diesen Lauf, sondern auf ein insgesamt schönes Wochenende mit meinen Freunden vom Lauftreff Ahornweg, mit einigen Läufer vom Rennsteiglauf-Forum und mit den Organisatoren vom Laufladen Erfurt. Ganz besonders gefreut haben wir uns wieder auf die Jugendherberge, auf die Gastfreundschaft der Herbergseltern, auf die knarrenden Dielen und das Gefühl, wieder 18 zu sein.

Am Vorabend des Laufes trafen wir uns bereits zu einem  gemeinsamen gemütlichen Abend, bei lecker gegrillten Thüringer Spezialitäten und einem (für mich zum Radler verdünnten) Läuferbier.
Dank eines sehr späten "Zubettgehens" und einer Ladung Oropax schaffte ich es immerhin, 6 Stunden zu schlafen und ich fühlte mich für den Lauf "gewappnet"
Am nächsten Morgen erwartete  uns Traumwetter - Sonnenschein pur, es war warm, aber es sollte nicht zu heiß werden.















Hier seht ihr Ramona, Irene, Jürgen  sowie  Schlawiner und Jens, beim Warten auf den Bus, der uns ins Tal zur Anmeldung und zum Start nach Fröttstädt bringen sollte.



















Pünktlich 9.30 Uhr ging es los- sogar mit Startschuß für die Walker - und eine halbe Stunde später für die Läufer auf die vom Lauffeuer Fröttstädt super präparierte Strecke..

Die ersten 10 km verliefen ziemlich flach mit nur wenigen, erträglichen Steigungen. Ich lief fast die ganze Strecke mit Ramona von unserem Rennsteiglaufforum, sowie mit Frank und Martina vom Laufladen. Da wir alle diesen Lauf als Erlebnislauf bzw. Trainingslauf sahen, liefen wir ganz entspannt und hatten viel Zeit, zum Quatschen und Gedanken austauschen.
Für mich war es z.B. sehr wichtig, zu sehen, ob und wie ich mit Ramonas Tempo "harmoniere", da wir ja im nächsten Jahr einen gemeinsamen Team-Marathon laufen wollen. Und so, wie das heute geklappt hat - auch werden. Es hat Spass gemacht, mit ihr gemeinsam zu laufen.
Auch hatte ich ausgiebig Gelegenheit, mit meinem Laufpartner Frank vom Laufladen Erfurt über die Vorbereitung unseres Alpenmarathons zu sprechen, den wir ja gemeinsam bewältigen wollen. Er gibt mir so viel Sicherheit, nicht allein auf der Strecke zu sein. Mit ihm zusammen werde ich das schaffen.

Der Lauf fiel mir in diesem Jahr viel leichter als 2007 - nur das letzte steile Stück, das hatte es verdammt in sich. Da mußte ich doch zu Ramona und Frank abreissen lassen. Aber kurz vorm Ziel haben beide auf mich gewartet und sind mit mir zusammen eingelaufen. Das hat  mich riesig gefreut. Ganz herzlichen Dank euch beiden!

Eine genaue Zielzeit weiß ich leider nicht, da ich unterwegs wieder mal mit den Tücken der Technik gekämpft habe und meiner Pulsuhr bereits nach der letzten Verpflegungsstelle gesagt habe, es sei vorbei. Naja - egal. Ist mir auch nicht so wichtig.
Frank von unserem Lauftreff war wie immer unser Schnellster und stand  applaudierend im Ziel.

Im Ziel traf ich auf Jörg, den ich über sein weblog und dem Thüringen Ultra kannte. Dank seiner gezückten Kamera gibt es sogar ein Zielfoto von Frank und mir, das ich freundlicherweise hier veröffentlichen darf.
 






















Gleich nach der Zieleinkunft ging ich unter die Dusche, da ich rechtzeitig zurück sein wollte, wenn Beate und die anderen Walker unserer Truppe eintreffen. Ich habe mich sooooooo beeilt, aber es hat nichts genützt. Sie waren einfach zu schnell. Ganz besonders Beate, die ihren ersten Halbmarathon finishte, gilt mein ganz herzlicher Glückwunsch.
Aber auch allen anden möchte ich ganz herzlich gratulieren zu ihrer großartigen Leistung. Den Inselsberg muß man  erstmal bezwingen!
Nach einem zünftigen Essen, Kaffee und Kuchen verabschieden wir uns vom Inselsberg.  Ramona und Hennry wünschen wir für den Rennsteigetappenlauf alles Gute und viel Erfolg.
Es war ein tolles Erlebnis und wir wissen, daß wir im nächsten Jahr wieder dabei sind!

Inselsberg - wir kommen wieder!


































Weitere Bilder findet ihr hier !
Einen ganz herzlichen Dank an die Organisatoren vom Laufladen Erfurt und vom Lauffeuer Fröttstädt  für die super Organisation des Laufes und an das Team der Jugendherberge für die liebevolle Betreuung!



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Samstag, 26. juli 2008
Community: Die Welt des Sports
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Es ist schon heftig. Der Wettergott (so es einen gibt) meint es nicht sonderlich gut mit uns Läufern. Laufen bei Schwüle macht echt keinen Spass. Ich konnte mich auch nicht aufraffen, schon wieder um 5 aufzustehen. Gegen 8.30Uhr lief ich los - eigentlich war es schon fast zu spät. Also suchte ich mir eine waldreiche, leicht bergige Strecke. Im Wald war es noch relativ angenehm und man konnte noch tief einatmen.
Aber auch die Tierwelt litt wohl ein wenig wegen der Hitze. Selbst die 3 süßen Rehlein wollten nicht  wegrennen und beobachteten mich nur etwas argwöhnisch.
Wenigstens ist in unseren Wäldern die Luft noch halbwegs sauber. Gestern hörte ich in den Nachrichten, daß Haile Gebrselassie auf den Start bei Olympia in Peking verzichtet - wegen des hohen Smoggehaltes in der Luft. Wahrscheinlich ist das auch vernünftig - wenn auch sehr schade.
Aber Pekings Politiker haben den Smog ja jetzt den Kampf angesagt.
In den nächsten Tagen soll der Autoverkehr halbiert werden. Nach Nummerschildern sortiert, dürfen die einen an den geraden, die anderen an den ungeraden Tagen fahren. Ob es diese restriktive Maßnahme bringt?
Saubere Luft für Olympia? Wohl ein wenig spät - und das nicht nur für Haile. Ein großer Läufer wird fehlen. Ich finde es schade, ihn nicht laufen zu sehen. Aber ich kann ihn verstehen.
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Sonntag, 20. juli 2008
Community: Sport
veröffentlicht in: Laufereignisse
In 6 Wochen ist es soweit:
Am 30. August 2008 möchte ich meinen 2. Marathon der Saison laufen.
Diemal zieht es mich in die Alpen, genauer gesagt in den Schweizer Kanton Wallis.

Bereits einige Tage vorher werden wir nach Grächen fahren, um uns zu akklimatisieren  schonmal die Schönheit der Schweizer Alpen ein wenig geniessen. Übernachten werden wir im ersten Scheizer Nichtraucherhotel "Stutz "- einem liebevoll und läuferfreundlich geführten kleinen Hotel auf einer "Sonnenterasse" in 1600m Höhe.

Den Alpenmarathon gibt es erst seit einigen Jahren, es ist ein kleiner urwüchsiger Lauf und keine Massenveranstaltung.
Im Gegensatz zu anderen Bergmarathons ist aber der Start-und Zielort etwa auf gleicher Höhe. Was man also nach oben läuft, muß man auch wieder nach unten... Das ist , zumindestens wenn man schon 30km in den Beinen hat, vermutlich genauso schwierig und anstrengend, wie berghoch zu laufen.

Start des Alpenmarathons ist 8.30Uhr  in Anzere. Allerdings gibt es einen gesonderten Start für die "Nichtprofis" so wie wir, die so genannte Touristenklasse. Für die Läufer dieser Klasse beginnt das Abenteuer bereits 2 Stunden früher. In der Touristenklasse gibt es keine Altersklassenwertungen. Wer dort startet, läuft auf Ankommen. Auch für mich ist der Weg das Ziel.
Im Gegensatz zu anderen Läufen, sehen wir aber das Feld nicht nur von hinten. Im Grunde genommen können wir den ganzen Lauf verfolgen. Wie sehen, wer uns als erster überholt, wer die erste Frau ist , wieviel Vorsprung sie haben usw. usf.
Das Profil ist für einen Flachländer wie mich ziemlich anspruchsvoll. Gleich zu Beginn geht es bis zum Kilometer 12 stetig bergauf. Eigentlich  mag ich es lieber, wenn ich mich erst langsam ohne Berge einlaufen kann - aber das kann ich mir leider nicht immer aussuchen.

Also werden die ersten Kilometer für mich die Schlimmsten werden. Nach einer ersten Abstiegsphase geht es dann zwischen Kilometer 14 und 21 relativ flach weiter. Am Kilometer 21 in Crans Montana befindet sich der Start zum Halbmarathon. Hier wechseln auch die Staffelläufer. In Crans Montana führt die Strecke ein einziges Mal durch eine Ortschaft, ansonsten wird nur in der herrlichen Natur der Schweizer Alpen gelaufen. Es geht über Stock und Stein, teilweise befestigte Wege, aber auch über Almwiesen und Trampelpfade.
Nach dem HM- Start in Crans Montana geht es bis zum km 31 permanent bergauf  und auf diesem Teilstück müssen  so etwa 800-900 Höhenmeter überwunden werden. Ab dann geht es nur noch - teilweise auch steil bergab bis ins Ziel nach Leukerbad..

Der Lauf hat insgesamt 1500Höhenmeter aufsteigend und 1650m absteigend. Er wird - nach dem Rennsteiglauf  - die für mich größte Herausforderung meines immerhin noch recht kurzen Läuferlebens sein.
Aber ich laufe - wie auch auf dem Rennsteig - nicht allein. Ich werde gemeinsam im Rahmen einer Läuferreise mit Frank vom Laufladen Erfurt, mit Martel  und einigen anderen mir bekannten Läufern auf die Strecke gehen.
Am Halbmarathonpunkt in Crans Montana wir unser "Chefcoach" Rainer  mit allem evtl. erforderlichen Equipment auf uns warten. Dort können wir uns dann , je nach Witterung an- oder auch ausziehen und unsere Kleidung der Witterung "anpassen".

Noch 6 Wochen. 6 Wochen Nervosität, Vorfreude, Respekt vor der Strecke, Training und tausend Ängste, es könnte eine Nummer zu groß für mich sein.
Aber Martins Trainingspläne haben mich immer zum Ziel geführt. Ich werde auch diesen Lauf schaffen und diese 42,195km in den Alpen bezwingen!

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Dienstag, 15. juli 2008
Community: Sport
veröffentlicht in: Laufereignisse
Ich bin heute noch fassungslos.
Fassungslos über das, was da auf Deutschlands höchsten Berg passiert ist.
Natürlich stelle auch ich mir die Frage, wie so etwas passieren konnte.
Nein – nicht die Frage: Wer ist schuld? Sondern die Frage: Wäre es vermeidbar gewesen?
Ich war nicht dabei und ich will mich nicht an Spekulationen beteiligen, aber einige Fragen brennt mir seitdem auf den Nägeln:
Wie hätte ich mich in dieser Situation verhalten? Wäre ich so vernünftig gewesen, aufzugeben? Hätte ich mich anders bekleidet?
Oder wäre ich auf Teufel komm raus bis ins Ziel gelaufen? Immer getreu dem Motto: Aufgeben gibt’s nicht!
Nein – ich war noch nie in einer solchen Extremsituation. Ich mußte mir diese Fragen noch nicht stellen. Aber: Ich habe auch noch nie aufgegeben. Ich bin immer ins Ziel gekommen, weil ich es wollte. Weil ich lange auf meine Ziele hintrainiert habe. Da kämpft man. Da kämpft jeder. Da haben auch die beiden toten Läufer gekämpft.
Es ist leicht zu sagen, man hätte doch.....den Wetterbericht  studieren müssen, die Laufkleidung anders wählen müssen, die Veranstaltung absagen müssen, nicht bis auf den Gipfel laufen sollen, rechtzeitig die Läufer stoppen sollen und, und, und...
Das hilft den toten Läufern auch nicht mehr. Für sie kommt die späte Erkenntnis zu spät. Aber die vielen anderen Läufer können die richtigen Schlußfolgerungen ziehen.
Der Sport darf nicht zum Tod führen. Man muß lernen, rechtzeitig die Reissleine zu ziehen, den Ehrgeiz ein wenig zurückschrauben. Auch mal sagen: Nein ich hör auf, wie es die Vorjahressiegerin  Ellen Clemens (ihr Interview findet ihr hier) getan hat. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.
Aber auch der Veranstalter sollte über das Reglement  der zukünftigen Läufe auf die Zugspitze nachdenken. Vielleicht wäre das mit der Festlegung einer Mindestausrüstung nicht passiert?
Ich habe lange nachgedacht – über mich und wie ich gehandelt hätte. Ich glaube, ich hätte in dieser Situation das erste Mal in meinem Leben aufgegeben – und ich hätte mich nicht als Verlierer gefühlt. Aber ich hätte vermutlich einige Kilometer bis zu dieser Erkenntnis gebraucht.
Vielleicht wären gerade diese paar Kilometer die Entscheidenden gewesen?
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Samstag, 5. juli 2008
Community: Sport
veröffentlicht in: Laufereignisse
Nun hat es doch noch geklappt mit unserer 4x25km Staffel zum Thüringer Ultra!

Nach Kerstin und Christian ist am Freitagabend noch Astrid als 4.Staffelmitglied  zu uns gestossen, so daß wir gestern  das Unternehmen Staffel zum Thüringen Ultra in Angriff nehmen konnten.
Aber der Reihe nach....

Der Abend vorher

Irgendwie kam ich mir anfangs ein wenig verloren vor... Ein Riesenmeer von Caravans, Zelten, Autos, eine Unmenge mehr als schlanker Superausdauerläufer, die allesamt angereist waren, um die 100km lange Strecke des Thüringen Ultra in Angriff zu nehmen. Nein - nicht alle. Es gab da auch ein paar Läufer wie ich z.B., die sich mit dem sogenannten  "Weicheiprogramm", also einer "Staffel " zufrieden gaben.  :)
Viele fleissige Helfer des "Lauffeuers Fröttstädt" kümmerten sich um die Belange der Läufer. Nicht nur die Ausgabe der Startunterlagen verlief reibungslos, einfach alles war super organisiert. Es gab genügend Platz für die vielen Camper, die Caravans und Autos. Für die Läufer ohne eigenes Zelt war ein großes Zelt aufgebaut - damit war auch meine Übernachtung gesichert.


















Zuerst traf ich mich mit meiner ersten Staffelpartnerin Kerstin. Bald darauf trafen wir auch Christian. Eigentlich fehlte nur noch unser 4.Partner. Wir begannen zu planen und zu überlegen, wie wir die 100km unter uns aufteilen wollten. Kerstin hatte sich schon fast bereit erklärt, die erste und zweite Etappe zu laufen, als wir plötzlich die Idee hatten, dochmal den Veranstalter um ein Durchsage zu bitten, welche dann auch prompt gemacht wurde. Innerhalb von Sekunden war Astrid bei uns - nun war auch unsere 4er Staffel komplett und unserem Start stand nichts mehr im Wege. Bei dem obligatorischem Läuferbier planten wir unsere Staffel, teilten unsere Etappen auf und organisierten die An- und Abfahrt. Voller Vorfreude auf den nächsten Tag gingen wir relativ früh schlafen - die Nacht würde ohnehin sehr, sehr kurz werden.

Der Lauf


Bereits gegen 2.30Uhr begann ein emsiges Treiben auf dem ganzen Gelände. Die 100km Ultraläufer bereiteten sich auf ihren Start vor. Obwohl  die Staffeln erst eine Stunde später- also 5.00Uhr- starteten, stand ich ebenfalls auf. Ich wollte den Start der Ultras miterleben, sehen, wie sie ins Dunkel der Nacht "verschwanden". An Schlaf war ohnehin nicht mehr zu denken.

Die Veranstalter vom "Lauffeuer" Fröttstädt hatten sich beim Start was ganz besonderes einfallen lassen. Da es um diese Zeit noch dunkel war, wurden die ersten ca 500m mit brennenden Fackeln beleuchtet, die den Läufern den Weg "wiesen".


















Nur eine Stunde später wurden die Staffeln - nun bereits im Hellen - auf den Weg geschickt. Für uns ging Nordlicht Kerstin  an den Start. Ich fuhr zu Ruhlaer Skihütte, an der sich die Wechselstelle zur 2. Etappe befand.


















Die Wahl der Kleidung fiel mir sichtlich schwer. Die Nach war eisig kalt und auch jetzt war noch nicht viel von Wärme zu spüren. Trozdem entschloss ich mich in kurzem Shirt zu laufen und war später sehr froh über diese Entscheidung. Obwohl mein "Coach"  Rainer leider nicht dabei war, gab es keine Langeweile an der Wechselstelle. Ob es der nette Betreuer war, der uns bereits beim Trainingslauf auf den Fahner Höhen die Getränke reichte, oder die Läuferin, die ebenfalls auf ihre Partnerin wartete - man kam schnell ins Gespräch und freute sich gemeinsam auf den Wechsel und die eigene Etappe.

Pünktlich wie vereinbart kam Kerstin an der Ruhlaer Skihütte an und übergab mir den Chip. Vor mir lag eine Strecke von fast 27km bis auf den Sportplatz von Floh-Seligental. Da bis gestern noch nicht klar war, welche Etappe ich laufe, hatte ich auch keine Gelgegenheit mehr, mich ausgiebig mit der Strecke und dem Streckenprofil zu beschäftigen. Also hieß es: einfach loslaufen und hoffen, daß die Wege gut markiert sind!

Gleich nach meinem Start ging es zügig bergan. Es lief bei mir überhaupt nicht rund und ich hatte das Gefühl, daß es heute nichts wird. Aber diese Gefühl habe ich auf den ersten km eigentlich immer... Deshalb gab ich die Hoffnung nicht auf und bereits nach 2-3km lief es dann auch wesentlich besser. Ich hatte meinen Rhythmus und mein Tempogefühl für den heutigen Tag gefunden. Mein IPod machte ich bereits  nach wenigen km aus. Es war schöne Musik - aber was ist das schon gegen die Schönheit der Natur, des Thüringer Waldes? Ich genoss die  mittlerweile schon wärmende  Sonne und die erwachende Natur in vollen Zügen, lauschte den Vögeln und fühlte mich sooo frei.

Kurz vor  Brotterode "Am Gehege" kam ich zur ersten Verpflegungsstelle. Hier erlebte ich etwas, was ich so noch nie erlebt habe: Die freundlichen Vereinsmitglieder vom Lauffeuer Fröttstädt standen am Verpflegungspunkt und haben mir Beifall geklatscht. Ich war so beeindruckt und habe mich tierisch gefreut. Nachdem ich getrunken und ein Stück Riegel gegessen hatte,  lief ich voller Enthusiasmus weiter. Es ging Richtung Inselsberg. Ein Teil der Strecke kam mir bekannt vor vom Inselsberghalbmarathon im letzten Jahr. Allerdings ging es nicht ganz bis auf den Gipfel, sondern wir bogen ab zur Grenzwiese und von dort aus weiter zum Gänsberg. Auch an diese beiden Verpfleungsstellen wurde ich mit viel Beifall begrüßt. Das tat gut und gab neue Kraft.
Mittlerweile überholte ich auch den einen oder anderen 100km Läufer. Ich hatte für jedem von ihnen ein aufmunterndes Wort und sie haben sich auch sehr darüber gefreut.

Mittlerweile war ich auf dem Weg zur Verpflegunsstelle Burgwacht Hohleborn, der über 5km auf und ab durch den Wald ging. Die Anstiege begannen schon ein wenig weh zu tun...
Am Wegesrand standen immer wieder Bilder von den einheimischen Tierarten und deren Lebensraum. Schade, daß ich keine Zeit hatte, mir diese näher anzusehen. Als Entschädigung dafür hoppelte mir aber ein kleines Häschen in natura über den Weg.

Hier an diesem Stück traf ich auf Ines, die in einer 50km Staffel lief. Wir liefen einige km gemeinsam. Es war schön, sich ein wenig unterwegs zu unterhalten. Ganz besonders schön war es, an der Stelle nicht allein zu sein, an der zum ersten mal eine Markierung fehlte. Wir waren uns beide ziemlich unsicher, wo es lang ging und liefen dann einfach gerade aus. Aber auch an der nächsten Kreuzung war nichts zu sehen...
In mir stieg schon leichte Panik auf... Aber dank eines Waldarbeiters, der uns den Weg zum nächsten gelben Pfeil beschrieb, waren wir bald wieder auf der richtigen Strecke. Was waren wir froh, als wir wieder die Markierungen sahen!

Von nun an ging es fast nur noch bergab. Für mich begann hier der schönste Teil der gesamten Strecke. Sie führte über eine  - allerdings asphaltierte - ehemalige Bahnstrecke entlang. Es ging durch ein sehr enges, malerisches Tal mit einer kleinen Brücke. Spätestens hier habe ich mich geärgert, daß ich mein Handy nicht dabei hatte. Dieses Stück Weg und die dortigen Ausblicke waren so schön, daß ich sie gern für mich im Bild in Erinnerung behalten hätte. Aber ich weiß, daß ich dieses Stück igendwann einmal mit meinem Mann bewandern werde.

Mittlerweile ist Ines davon gezogen. Da ich diesen Lauf für mich als Trainingslauf betrachtet habe, wollte ich in meinem Tempo weiterlaufen und nicht mehr beschleunigen.  Es ging weiter an einer ehemaligen Bahnstrecke, über eine kleine Brücke übers Tal, durch einen Eisenbahntunnel und zum Schluß auf eine sich ewig hinziehende lange Gerade, die einfach nicht enden wollte...

Ein junger Feuerwehrmann, der die Strecke absicherte, erklärte mir, daß es nur noch 200m seien. Ich lief und lief und lief und nach gefühlten 1000m stand dann das Schild: noch 150m!

Ich lief auf den Sportplatz und hörte schon von weitem die Begrüßung von unserer dritten Läuferin Astrid und von Startläuferin Kerstin. Ich übergab Astrid den Chip, wünschte ihr viel Erfolg und freute mich riesig, es wieder einmal geschafft zu haben. Es waren für mich persönlich 26,9km Training auf dem Weg zum Alpenmarathon, vor dem ich immer noch gehörigen Respekt habe.

Ich fuhr mit Kerstin zurück zum Ziel nach Fröttstädt. Dort genossen wir gemeinsam mit Ines die Sonne und betrieben "Regeneration"

































Inzwischen hörten wir auch vom planmäßigen Wechsel von Astrid auf Schlußläufer Christian und freuten uns auf den gemeinsamen Zieleinlauf, zu dem es aber leider nicht mehr kam... Christian hatte unterwegs heftige Muskelprobleme und konnte nicht bis zum Ende durchlaufen...
Klar, waren wir ein wenig traurig. Aber auch das gehört zum Sport dazu und kann immer wieder passieren.
Wir haben diesen Lauf trotzdem genossen und freuen uns, daß auch bei Christian keine ernsthafte Verletzung vorliegt.

Auch im Ziel gab es eine super Verpflegung - selbstgekochte Suppe mit Auswahl, selbstgebackener Kuchen und natürlich die für mich obligatorische Thüringer Bratwurst.

Gegen abend war für mich die Zeit gekommen, aufzubrechen und nach Hause zu fahren - voller Emotionen und Eindrücke, die es in den nächsten Tagen  zu verarbeiten gilt. Ich war  zwar allein gekommen, aber ich war  nicht wirklich allein. Ich war Mitglied einer Läuferfamilie, die sich an diesem Wochenende getroffen hat und gemeinsam diesen Lauf zu einem Topereignis werden lies.

Mein ganz herzlicher Dank gilt den Organisatoren des Thüringer Ultras. Sie haben mit viel Engagement und Herzblut einen Lauf auf  die Beine gestellt, den man erlebt haben muß und den man so schnell nicht vergißt. Auch ich weiß: ich werde im nächsten Jahr wieder kommen!

Aber jetzt freu ich mich ersteinmal auf den Inselsberghalbmarathon, der auch  vom Lauffeuer Fröttstädt  gemeinsam mit dem Laufladen Erfurt/Jena  organisiert und genauso schön werden wird.

Besondere Grüße an dieser Stelle an meine StaffelkameradInnen Kerstin, Astrid und Christian sowie an meine zeitweilige Laufbegleiterin Ines. Es war mir eine große Freude, euch kennengelernt zu haben und gemeinsam mit euch gelaufen zu sein!




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