Montag, 23. juni 2008
Community: Sport
veröffentlicht in: Geh auf`s Ganze
Freitag Mittag - Abfahrt mit Hindernissen

Pünktlich 14.00 Uhr zu Rainers Feierabend wollte ich vor seiner Firma stehen und gemeinsam mit ihm losfahren - nach Neuhaus und später nach Blankenstein zum Start des Rennsteigstaffellaufes. Kurz nach der Abfahrt lies ein klopfendes Geräusch im Auto Panik in mir aufsteigen. Was war das? Lass bloß nichts kaputt sein! Ohne unser Auto gibts keine Staffel!
Ich hielt an - einmal, zweimal, dreimal und konnte nichts herausfinden. Mittlerweile war ich schon 15min zu spät. Rainer stieg ein und von nun an suchten wir beide nach der Ursache des Geräusches, bis es Rainer fand. Eine Dichtung war locker und schlug mit schöner Regelmäßigkeit gegen das Dach. Kurzentschlossen machten wir den Gummi ganz raus. Fahren konnten wir, nur regnen sollte es nicht. Aber das war erstmal egal - Hauptsache, wir konnten weiterfahren. Ab auf die A5 - und wie nicht anders zu erwarten, standen wir erstmal im Stau. Gegen 17.00 Uhr waren wir mit Tümmli, Elke und Jens verabredet. Es wurde 18.00 Uhr bis wir endlich in Neuhaus ankamen und alle Utensilien in unser Auto luden. Zusammen fuhren wir nach Blankenstein und kamen dort auch gerade so vor Beendigung der Chipausgabe an. Die erste Hürde war genommen!
Gleich darauf sprachen uns eine Reporterin vom MDR an, die uns nach unserem Ziel für die Staffel fragte und einen kleinen Filmbeitrag mit uns drehte. Nach dem 5. Versuch hatten wir die Hoffnung schon aufgegeben. Aber dann passierte doch das kleine Wunder. Es wurde gedreht und kein Auto störte. Wir hatten schon Befürchtungen, daß wir da bis zum Start stehen und drehen!
Nach einer alten Rennsteigwandertradition gingen wir zur Selbitz und suchten uns 2 schöne kleine Kieselsteine aus, die wir nach Hörschel transportieren wollten, um sie dort  in die Werra zu versenken.

 






















Mit unseren Steinchen und dem Chip begaben wir uns in die Turnhalle, um unser Nachtlager aufzubauen. Dort erwartete uns bereits wieder die MDR Crew, die uns auch hierbei filmte.
Wir kamen uns vor wie auf einer Reise in die Vergangenheit. Ich glaube, wir hätten uns alle nicht träumen lassen, jemals wieder auf Matten in einer Turhalle zu nächtigen.
Wie nicht anders zu erwarten, war auch kaum an Schlaf zu denken. Beim Gang zum Zähneputzen traf ich noch auf die Running Stones, mit denen ich unbedingt einen Eierlikör trinken mußte. Ich frage mich heute noch, wie die 4 ihre Eappe schaffen konnten....???

Morgens halb 4 in Blankenstein

 
klingelten reihenweise Handys in der Turnhalle und ein emsiges Treiben begann im Dunkeln. Die Männer, die erst 06.00 Uhr starteten, wollten noch schlafen und so konnten wir kein Licht anmachen. Zum Glück - sonst würde es hier vielleicht Bilder geben, die das ganze Elend gezeigt hätten....
Wir  warfen uns in unsere Laufklamotten und los gings zum Startgelände. Wir frühstückten, was unsere Taschen so hergaben, führten unser Maskottchen Eyko Gassi und warteten mit Tümmli auf den Startschuß. Pünktlich 05.00 Uhr ging es endlich los! Das Abenteuer begann!



















Tümmli war unterwegs. Er zu Fuß und wir ebenfalls. Wir setzten uns ins Auto und fuhren  den anderen hinterher in Richtung Grumbach.

5.00 Uhr auf dem Weg nach Grumbach

Die ostthüringer Gemeinden schlafen. Außer unseren Autos ist niemand unterwegs. Nicht jeder kennt den Weg - wir auch nicht. Mit Hilfe von 3 BeifahrerInnen gelingt es uns, nur einmal falsch zu fahren. Elkes Kommentar : "Bitte folgen sie uns nicht, wir haben uns auch verfahren" hat der Fahrer des Autos hinter uns wohl nicht gehört...
Wir wenden und kommen ohne weiteren Zwischenfälle im Grumbach an.

Warten auf Tümmli

6.26 Uhr soll er kommen - sagt der Plan. Aber: Ist der Plan auch gut gelungen, bestimmt verträgt er Änderungen!
10min früher als erwartet und an 10. Position fliegt Tümmli ins Ziel und hat damit die Grundlage für eine beispiellose Euphoriewelle in unserer Staffel gesorgt. Tümmli schickte Jens ins Rennen, dessen Ehrgeiz geweckt war...






























Umsorgt von Coach Rainer ging es nach kurzer Regenerationspause weiter zur Schildwiese.

Schildwiese 07.30 Uhr

Es herrscht eine Bombenstimmung! Schon von weitem ertönt Stimmungsmusik und die ersten Staffeln wechseln bereits. Am Start steht auch Kathi Wilhelm. Nur mit Verzögerung kann sie loslaufen, weil ausgerechnet bei ihr der Chip nicht funktioniert.. Sie trägt`s mit Humor und läuft nach einer gefühlten Ewigkeit endlich los....




























Mittlerweile  ist es 8.00 Uhr. Noch 20 min bis zum geplanten Wechsel von Jens auf Elke.
Doch was ist das ? Da kommt Jens um die Ecke gefegt. Keiner hat schon mit ihm gerechnet. Am Allerwenigstens Elke, die sich den Fleecepulli vom Leibe riss, die komplette Musik-Technik "zerstörte" und ohne Zeitverzögerung losrannte, als wenn sie jeden Moment  die Kathi einholen wollte...
Zum ursprünglichen Zeitplan hatten wir bereits eine halbe Stunde rausgelaufen. Es war Zeit, die 4. Läuferin Gabi anzurufen und ihr nahezulegen, mindestens eine halbe Stunde früher am Start zu erscheinen.
Auch ein Anruf bei Katrin, der 5. Läuferin, erschien mir zwingend notwendig. Sie kam gemeinsam mit Kai aus Mainz. Hoffentlch waren sie pünktlich losgefahren!
Anruf - Schock - Stau!
Ich begann mich, mit Plan B zu beschaftigen und mich selbst auf die 5.Etappe vorzubereiten. Es war zwar so nicht geplant, hätte aber unsere Staffel nicht ins Wanken gebracht.

9.00 Uhr in Neuhaus  - Warten auf Elke


Auf dem Weg nach Neuhaus überholten wir mit dem Auto die Kathi. Leider hatte es unsere Elke nicht geschafft, sie einzuholen... :-)
Nein im Ernst: Das hat ja keiner erwartet. Aber was wir erwartet haben, war die Ankunft so gegen 09.40 Uhr.
Zuerst suchten wir Gabi. Boah ey - war ich froh, daß sie so früh da war! Elke kam 9.34 Uhr um die Ecke geschossen  und los gings für Gabi mit ihrem Mann als Radbegleiter!

Elke hat nochmal weiter wertvolle Minuten für unser Team herausgeholt.  Ihren Lauf, ihre Gefühle beschreibt sie mit  sehr emotionalen Worten:

"Ich hatte schon tüchtige Bauchschmerzen, als ich an den Start ging. Denn ich weiss ja, dass ich eigentlich eine Trantute bin; ein lausiger Sprinter, der ewig nicht aus dem Knick kommt; und genauso hat es sich auch angefühlt, als ich loslief. Embarassed

Es war ohnehin ein Kaltstart, der 2. Läufer war wiederum viel schneller da als erwartet, ich hatte noch mein Fleeceshirt an, als er kam. Konnte es gerade noch so runter raffeln, habe mir dabei meine Ohrhörer rausgerupft, die dann irgendwo runter gebammelt sind und ab ging die (Schnecken)-Post!

Unterwegs habe ich dann alle losen Teile an mir wieder sortiert und zurecht gepfriemelt und bin auch irgend wann in meinen Trott gefallen.

Mit Hilfe der Postfrau und eines netten Neuhäuser Rentners bin ich auch gut durch mein Endziel gekommen und konnte zum Schluß noch mal auf die Tube drücken, auch wenn sich die Zielgerade endlos hinziehen wollte.

Ich war froh, als ich angekommen war und kam mir unterwegs des öfteren vor wie Benjamin Blümchen, wenn man so schwerfällig durch die Prärie stapft und diese leichtfüßigen Gazellen an einem vorbei spacken. Ich war ja meistens damit beschäftigt, die Bodenverhältnisse zu scannen, damit ich nicht – durch Fußangeln, Steine und Tannenzapfen verursacht - noch eine „eingesprungene Sitz-Piorette“ hinlege!

Aber es hat alles geklappt, auch an der nächsten Übergabestelle, so dass ich erstmal halbwegs zufrieden war mit mir und der Welt. "























 
Masserberg


Mit 2 Autos fuhren wir weiter nach Masserberg. Die Fahrt verlief ziemlich entspannt, wir kannten den Weg. Zwischendurch immer wieder ein Lagebericht per Handy. Wo ist Katrin? Noch war Zeit - aber der Weg noch weit. Rainer nutzte die wenige freie Zeit in Masserberg zu einem Kurzschlaf im Auto. Ich war bereit  für die 5.Etappe - falls es Katrin nicht schafft. Rechtzeitig vorm erwarteten Zieleinlauf von Gabi gingen wir zur Wechselstelle.
Wenige Minuten vor Gabis eintreffen erschien Katrin - ein wenig getresst, aber happy, es geschafft zu haben. Ich war fast schon ein wenig traurig, weil ich mich eigentlich schon auf die Etappe eingestellt hatte.. Aber es war gut, daß wir nicht jetzt schon einen Plan B hervorzaubern mußten...
Gabi holte nochmals einige Minuten heraus....so daß wir bereits fast 50min Vorsprung hatten.



















Elke, Jens und Tümmli fuhren jetzt nach Hause, um später wieder nach Hörschel ins Ziel zu kommen. Rainer, Kai  und ich - wir fuhren nach Neustadt. Dort erwarteten wir Katrin auf der Strecke und hatten auch ein wenig Zeit, was zu essen. Katrin hat sich tapfer durchgekämpft. als ich sie in Neustadt sah, wußte ich: sie wird es schaffen! Ein Küsschen unterwegs von Kai  lies neue Kräft wachsen!

13.30 Uhr in Allzunah

Holger und Manu sind schon da - wir sehen sie gleich bei unserer Ankunft. Wir stehen da und rechnen. Wenn es bei Katrin gut läuft, könnten wir fast eine Stunde herausgelaufen haben. Es  besteht vielleicht eine winzige Chance, es doch ohne Notstart am Grenzadler zuschaffen. Wir schauen uns um - es gibt viel Schönes zu entdecken... phantasievolle Staffelnamen, T- Shirts und einfallsreiche Schilder am Wegesrand!


































Holger wartete auf Katrin, wir auch. Kurz vor 14.00Uhr biegt sie um die Ecke - geplant war 14.53Uhr. Wir hatten fast eine Stunde Vorsprung! Trotzdem war es für Holger wohl nicht möglich, es bis 16.00Uhr bis zum Grenzadler zu schaffen. Aber wir wußten: Holger wird diese schwierige, anspruchsvolle Strecke hervorragend meistern.
Auf der Weiterfahrt trafen wir ihn nochmal und konnten ihn mit einer Trinkflasche versorgen.


















Nach Holgers Wechsel trennten wir uns. Manu fuhr zur Wechselstelle zum Grenzadler und Kai, Rainer und ich zur Neuen  Ausspanne.

Am Grenzadler wartete Frank auf seinen Einsatz. Er wußte, daß er höchstwahrscheinlich 16.00Uhr den Notstart machen würde. Von diesem Moment an gerieten wir ins Funkloch und hatten stundenlang untereinander keine Verbindung mehr... Wir hatten mit allem gerechnet, aber nicht mit so etwas! Eine Staffel ohne Handy! Jetzt mußte sich zeigen, ob die Organisation und Planung wirklich gut war.
Erst viel später erfuhren wir, daß Holger glücklich um 16.15 - also fast eine Stunde vor unserer geplanten Zeit eintraf, aber Frank leider nicht direkt den Stein übergeben konnte. Deshalb haben wir auch leider kein Bild von Franks Start....


Der Weg zur  neuen  Ausspanne

.... war voller Hindernisse... Da wir nicht zum Grenzadler mußten, hatten wir ein wenig Zeit, die wir zu einem weiteren "Kurzschlaf" nutzten. An den vorgegebenen Autoplan haben wir uns nicht mehr gehalten, da wir zwischendurch noch einen kurzen Abstecher nach Stützerbach machten. Wir fuhren über Oberhof und wollten von dort nach Steinbach Hallenberg. Plötzlich kam das, was wir gerade nicht gebrauchen konnten - der Weg war gesperrt!  Wir mußten einen riesigen Umweg fahren und kamen durch Dörfer, die wir noch nie gesehen hatten! Später stellte sich heraus, daß wir sogar in Katjas Heimatgemeinde waren. Langsam  wurde die Zeit eng. Frank war ein schneller Läufer und wir rechneten kurz nach 17.00Uhr mit seiner Ankunft an der neuen Ausspanne!
Es begann eine wilde "Verfolgungsjagd", bei der wir außerordentlich froh waren, nicht geblitzt worden zu sein...
Alles hatte sich gegen uns verschworen: erst eine Ampel nach der anderen, dann ein Trecker vor uns, der nicht vorwärts kam, dann eine Passantin, die uns bis ins Detail den Weg erklären wollte und, und, und....
Frank wurde wahrscheinlich immer schneller und wir immer langsamer!
Abr irgendwann hatten wir es geschafft - eine nicht enden wollende Autoschlange am Wegesrand verriet uns, daß wir an der neuen Ausspanne waren...
Später sollte sich herausstellen, daß die Umleitung nur für LKWs zutraf und wir umsonst den riesigen Umweg gemacht hatten....
Kurz nach 17.00 Uhr war auch schon Frank da und schickte unseren Kai auf den Weg, der eigentlich noch nie in den Bergen gelaufen war...


















Hier an der neuen Ausspanne passierte unsere erste Panne: Ruth war nicht da... und kein Handy funktionierte.. es gab wohl nur noch Mailboxen auf dieser Welt...Ruth wollte Frank zurück zu seinem Auto an den Grenzadler fahren.
Wir mußten doch weiter zur Hohen Sonne! Sportsmann Frank entsched sich kurzerhand, die Strecke zurückzulaufen. Mir  tat das sooooooooo leid - aber er nahm`s sportlich und mit Humor. Später stellte sich heraus, daß sich Ruth einfach beim Lesen des Autoplanes um eine Stunde geirrt hatte. Macht nix, Ruth, kann passieren!

Auf dem kleinen Inselsberg warteten Manu und Holger auf Kai und schickten Katja ins Rennen. Die Wechsel verliefen ziemlich planmäßig und ohne große Zeitdifferenzen.









Die beiden kannten sich nicht, aber dank der Shirts waren sie schon von weitem zu erkennen!












Und hier an dieser Stelle beginnt Kai`s kleine - leider nicht mit Fotos dokumentierte Heldentat. Er sah kurz nach seinem Wechsel wie eine Läuferin losrannte und dabei unbemerkt ihren Chip verlor. Ziemlich kaputt von seiner eigenen Etappe zögerte er keinen Moment, hob die Chipkarte auf und rannte der Läuferin hinterher. Da sie nicht gleich auf sein Rufen reagierte, lief er fast den ganzen Inselsberg hoch, bis er sie einholte und ihr den Chip wiedergab. Das ist wahrer Sportsgeist ! Wir wissen nicht, welche Staffel es war, aber Kai hat mit seinem zusätzlichen "Bergsprint" einer weiteren Staffel zum Ankommen verholfen. Dafür ein herzliches Dankschön! Das war einfach klasse!

19.00 Uhr Hohe Sonne


Inzwischen waren Rainer und ich an der Hohen Sonne eingetroffen. Bald darauf gesellten sich Ruth, Udo und Katrin zu uns. Meine Vorfreude auf die letzte Etappe wuchs und wuchs. Endlich war es soweit, daß ich laufen durfte!
Der Tag war anstrengend und ich war eigentlich schon ziemlich platt...
Auch Uwe war schon da. Uwe war mein Radbegleiter, damit auf der letzten Etappe auch wirklich nichts mehr passieren konnte!
20.13 kam Katja den Berg herunter gestürmt. Ich glaube, in diesem Moment haben wir uns beide gar nicht richtig wahrgenommen... Erkannt haben wir uns auch nur am Shirt....und natürlich an der Startnummer.



Der Weg zum Ziel

Es war mein Weg. Mein Weg zum Ziel. Ich hatte die Ehre, die Staffel nach Hause  laufen zu dürfen. Die anderen hatten vorgelegt, gezeigt, was in ihnen steckt. Es war eine Herausforderung für mich, eine Herausforderung,  jetzt meinen Teil der Leistung fürs Team zu erbringen.
Meine Pulsuhr hatte ich vergessen. Ich verließ mich auf mein Körpergefühl. Es war 20.13 Uhr und noch hell. Ich wollte im Hellen ankommen.  Also habe ich mich beeilt. Ich lief schneller als sonst, aber nicht am absoluten Limit. Ich konnte meinem Radbegleiter Uwe noch antworten. Ob ich das Tempo durchhalte?  Es lief immer besser, ich hatte das Gefühl, den Berg hochzufliegen. So habe ich mich noch nie gefühlt. Uwe hat mich umsorgt, hat mir meine Getränkeflasche gereicht und mich unterhalten. Es war kurzweilig. Er schaute auf seine Uhr am Rad. Meine Tempo war gleichmäßig, ohne Schwankungen. Ein Tempo, welches ich noch nie in den Bergen gelaufen bin. 8km, 9km, 10km...immer  weiter.. Ich spürte keine Müdigkeit, im Gegenteil, ich fühlte mich von Kilometer zu Kilometer besser!  2 km vorm Ziel rief Uwe im Ziel an und kündigte mein Kommen an.

Von diesem Moment an hatte ich nur noch Gänsehaut, ich flog förmlich den Berg hinunter und freute mich nur noch darauf, gemeinsam mit den anderen ins Ziel zulaufen.
Als ich die anderen sah, fühlte ich nur noch Glück! In der einen Hand den Chip, in der anderen den Kieselstein, riss ich die Arme hoch und lief mit allen anderen durchs Ziel. Es waren alle da! Wir lage uns in den Armen und haben uns einfach nur noch gefreut!

Wir sind angekommen! Wir habe es geschafft! Es war sogar noch hell! 171,3km in 17 Stunden und 5min!

Es war einfach geil!


Spätestens jetzt wußte ich:   Es war nicht mein letzter Staffellauf. Ich werde wohl wieder im nächsten Jahr dabei sein!






Im Ziel

...war einfach nur noch Feude angesagt, Freude und Party!  Vorher hieß es natürlich noch: Steinchen versenken!




 












Die Party

.. war gigantisch. Wir haben uns so toll verstanden, als wenn wir uns schon ewig gekannt hätten. Von mir aus hätte es noch stundenlang weitergehen können!

Es herrschte eine Stimmung und ein Teamgeist, den Holger wie folgt beschreibt:

"Außer Petra habe ich ja noch keinen der anderen neun MitkämpferInnen vorher gekannt. Erst Katrin beim Wechsel, dann Kai und Katja am Kleinen Inselsberg und am Ende die anderen – ihr erinnert euch? Abklatschen, gegenseitig gratulieren, vorstellen „Ach du bist das…“, Lachen, okay. Wir hatten einen herrlichen Tag zusammen und ich glaube, jeder für sich auf seiner Strecke hatte das auch. Das war der „Aufs Ganze“-Geist bei uns, wie ich ihn kennengelernt habe und toll finde."

Auch Kathi Wilhelm feierte mit und lies sich mit unserer Staffel fotografieren. Weitere Partybilder findet ihr hier.




















Der Morgen danach

Endlich wieder eine Nacht zum Schlafen. Unsere Staffel-Mutti Ruth hat uns als krönenenden Abschluß am nächsten Morgen mit einem super Frühstück verwöhnt.

































Auch unser Maskottchen Eyko bekam den versprochenen Knochen. Er würdigte ihn jedoch keines Blickes. Erst als der Geruch einer Thüringer Knackwurst in seine Nase zog, wurde er munter...


















Danke


Vielen Dank, liebe Elke, Gabi, Katja, Katrin, Ruth, Manu,  lieber Rainer, Tümmli, Jens, Frank, Holger, Kai, Uwe.
Danke euch allen, daß ihr diese Erlebnis möglich gemacht habt! Ich bin stolz auf euch, auf uns und unsere Leistung!

Vielen Dank an Frank und Martin vom Laufladen Erfurt. Der Erfolg dieser Staffel ist erst durch die umfangreiche Unterstützung aller Läufer im Rahmen der Aktion "Geh auf`s Ganze" möglich geworden. Das Training hat sich ausgezahlt.

Vielen Dank auch an euch alle für das Geschenk für Rainer und mich - wir haben uns riesig über das "Rainer und Petra rundum Sorglospaket" gefreut!

































Auf Wiedersehen im nächsten Jahr
!






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Sonntag, 22. juni 2008
Community: Sport
veröffentlicht in: Geh auf`s Ganze
Der 10. Rennsteigstaffellauf insgesamt und der erste Staffellauf einer "Geh auf`s Ganze Staffel" sind Geschichte. Es war ein gigantisches Ereignis. Von Freitag bis Sonntag waren wir unterwegs, um unsere Staffel vom Start in Blankenstein über den gesamten Rennsteig über 170km bis ins Ziel nach Hörschel zu bringen.

Angefangen von der gemeinsamen Anreise, der Übernachtung in der Turnhalle, dem Start im Morgengrauen, teilweise halsbrecherischer  "Verfolgungsfahrten", unserer - im Vergleich zum Plan - immer schneller werdender Staffel und der  damit verbundenen Verschiebung der geplanten Startzeiten, dem Überstehen diverser Funklöcher  bis hin zum  Zieleinlauf war es ein gigantisches Erlebnis.

Obwohl wir uns z.T. vorher gar nicht kannten, sind wir an diesem Tag zu einem echten Team zusammengewachsen. Jeder hat sein Bestes gegeben und jeder ist über sich selbst hinausgewachsen.
Unser Ziel, anzukommen und vielleicht noch die eine oder andere Staffel hinter zulassen, haben wir erreicht.  Aber noch wichtiger war für uns, Spass zu haben - Spass beim Laufen, Spass im Auto und natürlich im Ziel. Und den hatten wir!

In den nächsten Tagen werdet ihr hier einen ausführlichen Bericht finden, mit ganz vielen Bildern.  Zwei der Bilder sollt ihr heute hier schon mal sehen - Bilder, die die Geschichte unseres Kieselsteinchens zeigt.  Links seht ihr uns beim Suchen eines schönen Steinchens in der Selbitz im Startort Blankenstein und rechts beim Werfen des Steinchens nach alter Rennsteigwandertradition in die Werra im Zielort Hörschel.
Ich glaube,das Glück steht in unseren Gesichtern geschrieben....

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Donnerstag, 19. juni 2008
Community: Laufen
veröffentlicht in: Geh auf`s Ganze
In 2 Tagen ist es soweit! Es geht endlich los!

Heute bin ich  eine kleine Runde locker gelaufen und bin dabei noch einmal in Gedanken unser organisatorisches "Meisterwerk" durchgegangen....
Es müßte klappen - nein es wird klappen!  Ich freue mich schon auf meine Etappe von der Hohen Sonne nach Hörschel. Ich freue mich auf den Moment, wenn mir meine Staffelkameraden entgegenkommen und wir alle zusammen ins Ziel einlaufen.
Egal, ob wir letzter oder vorletzter werden: WIR KOMMEN AN!




Unser Dackel Eyko ist als unser Maskottchen dabei - er wird uns Glück bringen!
Morgen werde ich noch einen großen Knochen kaufen. Den hat er sich verdient, wenn wir
im Ziel sind!








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Dienstag, 17. juni 2008
Community: Sport
veröffentlicht in: Geh auf`s Ganze
Wir haben es geschafft!  Nein - noch nicht den Rennsteigstaffellauf...

Wir haben es geschafft, eine " Geh Auf`s Ganze" Staffel zu organisieren, die sich am Samstag auf den Weg von Blankenstein nach Hörschel macht. 
Angefangen hatte alles bei unserem letzten Trainingslauf auf der Original Rennsteiglaufstrecke, auf der sich viele "Rennsteiglauf - Neumarathonis" trafen.
Als wir den Stafelplatz angeboten bekamen, sagten wir spontan zu - ohne im Geringsten zu erahnen, auf was wir uns einließen....
10 Mitstreiter zu finden, war das kleinste Problem. Nach wenigen Tagen  waren wir fast komplett und begannen mit der organisatorischen Vorbereitung, die sich recht schnell als ein logistisches "Großunternehmen" entpuppte.
Keiner von uns hat in der Organisation einer solchen Staffel Erfahrung. Wie erhielten ziemlich viele Tips, wie z.B.
"im letzten Jahr haben sich viele verlaufen  -  ohne Ortskenntnis funktioniert das nicht" oder:  "ihr braucht unbedingt eine Fahrradbegleitung" oder:  "die letzten 4 Etappen müßt ihr in 7 Stunden schaffen, um überhaupt anzukommen" und und und...
Aber wir liessen uns nicht aus der Ruhe bringen und organisierten Stück für Stück unsere Staffel. Fast alles lief per Mail, da wir uns ja (noch) nicht alle kennen und ziemlich weit auseinander wohnen. Wir - das sind "Geh Auf´s Ganze" Läufer der  Jahre  2005 - 2008 bzw. Läufer, die vielleicht erst im nächsten oder übernächsten Jahr den Marathon auf dem Rennsteig versuchen wollen.
Nach vielen "taktischen" Erwägungen legten wir die Reihenfolge der Staffel fest.  Als unser größtes  Problem erwies sich das Zeitlimit, da wir fast alles Läufer aus dem rein volkssportlichen Bereich sind. Um dieses Problem zu entschärfen, haben wir die schnellsten Läufer in den  Etappen 7,8 und 9 eingeteilt, da der Läufer der 7.Etappe notfalls auch ohne Übergabe 16.00 Uhr starten kann. Die Zeiten werden dann einfach addiert. Diese Regelung finde ich klasse, da sie uns ermöglicht, ins Ziel zu kommen.
Für viele der Staffeln ist es kein Thema, die 170km in 18Stunden zu schaffen, aber für uns ist es schon eine Herausforderung. Es darf sich jedenfalls keiner verlaufen - womit wir schon bei unserer nächsten Herausforderung sind. Aber ich hoffe und wünsche mir, daß auch das klappt. Jeder hat sich mit seinem Streckenabschnitt beschäftigt - es wird auch jeder ankommen! (ganz bestimmt, ganz bestimmt, ganz bestimmt.....)
Eine Fahrradbegleitung haben wir nicht organisieren können - nur auf 2Teilstrecken. Die anderen Läufer müssen sich allein durchkämpfen...
Aber unsere Coaches Rainer, Ruth und Manu werden an den Wechselstellen unser Läufer "umsorgen".
Der schwierigste Teil der Vorbereitung war die Organisation der Autobegleitung. Viele der Wechselstellen dürfen nur mit einem Auto angefahren werden, was die ganze Sache zusätzlich noch erschwert.
Mittlerweile steht der Autoplan fast fest - aber zur Not gibt`s ja immer noch das Handy, falls etwas schief geht...
Der "logistische Höhepunkt" ist unser "Leitstand":  Unterwegs  gibt Katrin die tatsächlichen Wechselzeiten in den Laptop ein und bekommt automatisch die neu berechneten Zeiten der nächsten Wechselstellen. So kann sich jedes Staffelmitglied jederzeit erkundigen, wo sich die Staffel gerade befindet und wann der eigene Wechsel so ungefähr erfolgen wird.

Jetzt müssen wir nur noch laufen, laufen, laufen, laufen, laufen und... ins Ziel kommen!

Drückt uns die Daumen, daß wir es schaffen! Wir wollen einfach nur ankommen und den Kieselstein, der von Läufer zu Läufer weitergegeben wird, nach alter Tradition in die Werra werfen.
Und ich drücke  euch allen für unterwegs die Daumen!  Alles Gute Tuemmli, Elke, Jens, Gabi, Katrin, Holger, Frank, Kai und Katja!


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Sonntag, 8. juni 2008
Community: Laufen
veröffentlicht in: Geh auf`s Ganze

Das Wochenende stand ganz im Zeichen der Aktion "Geh Auf`s Ganze" - den Rennsteiglauf als Marathon erleben.

Die Initiatoren und Organisatoren der Aktion, das Team vom Laufladen Erfurt/Jena, der Präsident des Rennsteiglaufvereines Jürgen Lange, Sieghard von der Rennsteiglauf GmbH, zahlreiche Helfer und natürlich einige der Umsteiger  trafen sich in Eisenach zu einem gemeinsamen Grillfest als Abschluß der Aktion in diesem Jahr.



































Unsere Gastgeberin Ruth hatte sich gemeinsam mit ihrer Mutti viel Mühe gegeben und uns mit einer Fülle von Leckereien verwöhnt - von der Thüringer Bratwurst über Rostbrätl, Hähnchenbrust und leckeren Salaten gabs alles - sogar gegrillten Lachs mit den gesunden "Omega 3" Fettsäuren.... :-)
Dank Mutter Lehmann und ihren Freundinnen gab`s dann auch noch ganz tollen Kuchen - vielleicht nicht ganz sooooooo gesund, aber sooooooooooo lecker! 
Aber zu Abschluß dieser tollen Trainingswochen und dem gemeinsamen Marathon  durften wir uns das ausnahmsweise schon mal leisten... :)

In angeregten Gesprächen haben wir darüber philosophiert, wie man in den nächsten Jahr diese Aktion weiter führen und entwickeln kann - ganz im Sinne unseres Ziels:

4000 laufen den Marathon!


































Die Aktion "Geh Auf`s Ganze 2008"  fand einen würdigen und schönen Abschluß in diesem Jahr und alle Beteiligten waren sich einig:

2009 geht`s weiter! Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

Wir freuen uns  auf viele "Neumarathonis", die sich unserem Projekt anschließen und im nächsten Jahr gemeinsam mit vielen anderen Gleichgesinnten gut vorbereitet den Rennsteigmarathon  absolvieren werden.
Bereits im Herbst geht es weiter - mit der Auftaktveranstaltung für "Geh Auf`s Ganze" 2009, welche in diesem Jahr mit einer Herausforderung besonderer Art verbunden wird: dem Thüringer Gipfellauf.


Ich höre euch schon fragen: Ein Wochenendtreffen von Läufern - ohne Lauf? Den gab`s natürlich auch!
Ruth und ich - wir begaben uns "am Morgen danach"  auf die letzte Etappe des Rennsteigstaffellaufes, um diese schon mal zu testen. Diesen Laufbericht könnt ihr auch in Kürze hier lesen. Nur soviel vorab:

Es war klasse und wir haben trotz aller Befürchtungen den Weg gefunden! :-)
 
           
                  
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Sonntag, 18. mai 2008
Community: Laufen
veröffentlicht in: Geh auf`s Ganze
Ich bin wieder zurück vom Rennsteig - vollgeladen mit Emotionen, Erlebten, Freude - einfach rundum glücklich!
Meinen Bericht könnt ihr bald hier auf meinen Blog lesen und auch ganz viele Bilder sehen.
Jetzt möchte ich aber erstmal Holger zu Wort kommen lassen. Er ist mit uns
"auf`s Ganze" gegangen und hat mir heute einen Bericht geschickt - über seine Beweggründe und Motivation, nochmal einen Marathon zu versuchen.
Ich habe beim Lesen Gänsehaut bekommen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn viele diesen Bericht lesen und vielleicht auch einen Kommentar hier schreiben würden - für Holger!
Ich möchte mich ganz herzlich bei Holger bedanken, daß er mir gestattet hat, diesen Bericht zu veröffentlichen.


17.05.08
Der Weg nach hinten
Noch stehe ich ganz unter dem Eindruck des heutigen Laufes, nebenbei bemerkt, meines zehnten Marathons auf dem Rennsteig. Es war der bisher langsamste Marathon meines Lebens. Warum er dennoch eine besondere Bedeutung für mich hatte – um das zu verstehen, muss ich euch ein bisschen mehr von mir verraten.
Ich laufe seit 1985 und 1986 lief ich das erste Mal auf dem Rennsteig. Seitdem beherrschen mich dieser Lauf und die Herausforderung, den Körper so zu trainieren, dass er eine derart lange Belastung gut durchsteht. Nach und nach kam der eine oder andere Stadtmarathon dazu und auch die Gier, bestimmte Zeiten zu laufen. Ich muss dazu sagen, dass ich ein reiner Freizeitsportler bin, mit Sicherheit nicht für Höchstleistungen gemacht, aber immer gerne dabei, ob es Laufen oder Fitness ist – der Spaß an der Bewegung als Ausgleich zur Arbeit stand eigentlich stets im Vordergrund. Ich konnte mich immer daran freuen, einen Lauf gut zu beenden und das vielleicht noch eine Minute schneller als im Vorjahr. Das war früher okay.
Der oben genannte Wunsch nach Leistungssteigerung führte ab 2006 dazu, dass ich mich verstärkt mit Trainingsplänen, Leistungsdiagnostik und Ähnlichem beschäftigte. Der Berlin-Marathon 2006 sollte der große Tag werden, an dem ich die 4-Stunden-Marke knacken wollte. Ich hatte es ein Jahr zuvor ohne besondere Pläne nur um drei Minuten verfehlt, nun sollte es mit einem „Schlachtplan„ klappen. Auf Teufel komm raus wurde der Trainingsplan umgesetzt, egal, wie es mir körperlich ging, verbissen und korrekt habe ich alles gemacht, was da stand.
Dazu kamen wachsende Belastungen im beruflichen und privaten Umfeld. Ich habe überhaupt nicht bemerkt, wie ich meinen geliebten Laufsport nicht mehr als Ausgleich zum beruflichen Stress und zur Gesunderhaltung betrieben habe, sondern den Sport als Dogma, als zusätzliche Pflicht, vielleicht sogar als Fetisch missbraucht habe. Kurz gesagt, die Zeit in Berlin schaffte ich nicht, der Kopf war total blockiert und nach dem Marathon reagierte mein Körper mit kompletter Leistungsverweigerung. Beim Joggen im leichten Trab war der Puls nach einer Minute bei 180, ich bekam kaum Luft. Manchmal stand ich am Anfang meiner Laufstrecke und mein ganzer Körper schrie innerlich: „Nein!„ – kein Schritt ging, ich bin oft trotz festen Vorhabens ohne einen einzigen Schritt wieder heimgefahren.
Im Winter 2006/2007 bekam ich scheinbar eine Erkältung mit nicht enden wollendem Husten. Kein Antibiotikum half, nichts. Der Lungenarzt diagnostizierte am Ende Asthma! Nie im Leben hatte ich so etwas wie Asthma! Was den Doc allerdings wunderte – keines der Medikamente zeigte Wirkung!
Zum Glück wusste einer der vielen Ärzte, dass Krankheiten auch psychosomatische Ursachen haben können und verfolgte diese Annahme. Damit kamen wir meinem Problem endlich auf die Spur. Ihr wisst es vielleicht: Die Summe aller Belastungen, die auf einen Menschen wirken, an deren Ende „gar nichts mehr geht„, nennt man Burn-Out-Syndrom.
Das Problem ist, es zu erkennen und so gingen eben mehrere Monate ins Land, bis ich dagegen etwas tun konnte. Medikamente zeigten zwar insofern Wirkung, dass in kurzer Zeit die Asthma-Symptome verschwunden waren, hatten aber gravierende Nebenwirkungen. Antriebslosigkeit und Gewichtszunahme waren die schlimmsten. Ich hatte tatsächlich geglaubt, mit Hilfe der Medikamente kann ich weitermachen wie bisher, immer volle Pulle, beruflich, privat, sportlich … Ein weiterer Irrtum! Dann kippte die Stimmung in die andere Richtung – ich kam mir extrem minderwertig vor, erst Power überall, nun die Situation, dass ich sportlich überhaupt nichts mehr konnte und es am besten sein lassen sollte. Erst ein mehrwöchiger, stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Reha-Klinik Ende 2007
brachte die Wende und dazu eine Menge lebenswichtiger Erkenntnisse für mich. Ich lernte neu, mich auch an kleinen Dingen und scheinbar unbedeutenden Leistungen zu freuen. Ich war plötzlich stolz, nach der langen Zeit wieder fünf oder zehn Kilometer durchzuhalten, langsam und gemütlich, das hätte ich mir früher nie träumen lassen!
Ich schreibe euch das alles so offen und ausführlich, weil ich den einen oder anderen vor diesen Erlebnissen bewahren möchte. Ich rate euch bei allem Ehrgeiz – überprüft immer mal zwischendurch eure Motivation! Ihr müsst rechtzeitig erkennen, wann ihr möglicherweise beginnt, den Sport um seiner selbst Willen zu betreiben! Dann ist Vorsicht geboten. Der Grat zur Sucht ist schmal und der Weg zurück mühsam.
Ja, und nun war ich doch wieder beim Rennsteiglauf und bin den Marathon gelaufen! Ich gebe zu, es war eigentlich nicht meine Absicht. Ich hatte nach meinen vielen neuen Erkenntnissen beschlossen, für den Halbmarathon zu melden und hatte das auch schon erledigt. Eigentlich als Training dazu habe ich am 32 km-Trainingslauf der Aktion „Aufs Ganze" teilgenommen. Dort lief ich locker am Ende des Feldes und hatte Gelegenheit, mich ausführlich mit Frank und Petra zu unterhalten. Petra hat das übrigens sehr schön in ihrem Blog  reflektiert.
Beide bestärkten mich in dem Gedanken, dass auch das Bezwingen einer langen Strecke schon Leistung genug ist und dass es möglich ist, einen langen Lauf auch zu genießen und ohne Zeitdruck zu absolvieren. Als der 32 km-Lauf dann auch wider Erwarten gut verlief, reifte der Entschluss, es doch mit dem Marathon zu versuchen. So kam das und heute bin ich gemeinsam mit Frank und Petra einen Großteil der Strecke gemeinsam gelaufen. Wir halfen uns gegenseitig voran, kämpften mit kleineren Wehwechen und am Ende liefen wir lächelnd ins Ziel – so wie es sein soll. Die Zeit von knapp 6 Stunden habe ich eigentlich nur am Rande registriert. So kam ich zu meinem langsamsten Marathon, aber vielleicht zu meinem wertvollsten. Danke euch beiden!
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Dienstag, 13. mai 2008
Community: Laufen
veröffentlicht in: Geh auf`s Ganze
Heute habe ich eine Mail erhalten, über die ich mich ganz besonders gefeut habe:

Holger geht Auf`s Ganze!

Ich habe Holger bei unserem finalen Trainingslauf auf der Original Rennsteigstrecke kennengelernt. Holger lief mit uns in der "langsamen" 5h:30min - Gruppe und wir hatten viel Zeit, uns zu unterhalten.
Eigentlich hatte er sich vorgenommen, keinen Marathon mehr zu laufen und es bei der halben Distanz zu belassen. Trotzdem nahm er an unserem letzten gemeinsamen Trainingslauf teil und genoss es, gemeinsam mit uns langsam und genußvoll die Strecke zu absolvieren. Ich glaube, wir haben ihm an diesem Tag gezeigt, daß Marathonlaufen nicht unbedingt ein Kampf gegen die Zeit werden muß, sondern, daß man einen Marathon auch langsam laufend geniessen kann.
Umso mehr freue ich mich, daß sich Holger jetzt endgültig entschlossen hat, gemeinsam mit   Brems - und Zugläufer Frank und uns allen  am 17. Mai den Marathon unter die Füße zu nehmen und vielleicht sogar selbst als Pacemaker einzuspringen.
Holger - ich bin stolz auf dich, auf Deinen Entschluß, es doch noch einmal zu versuchen.
Wir werden es schaffen und vielleicht auch gemeinsam mit Frank und Ruth  ins Ziel zu kommen. Für mich gäbe es nichts Schöneres als ein Zieleinlauffoto von uns 4en!
Es wird ein Siegerfoto werden, ein Foto, daß den Sieg in der Kategorie "Kampf gegen sich selbst" dokumentieren wird!
Ich freue mich jetzt  schon auf unseren gemeinsamen Lauf..
Wenn wir am Samstag wieder an dieser Verpflegungsstelle sind, haben wir nur noch wenige km bis zum Ziel!
Holger DU schaffst es, Ruth - DU schaffst es,  WIR schaffen es! Die Zeit ist doch zweitranging!


















Ich wünsche allen "Auf`s Ganze" Läufern viel Erfolg auf der Strecke, einen guten Lauf und kommt glücklich, aufrecht laufend mit einem Lächeln auf den Lippen ins Ziel!

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Dienstag, 6. mai 2008
Community: Laufen
veröffentlicht in: Geh auf`s Ganze
Hallo liebe Freunde der Aktion "Geh Auf`s Ganze"!

Nach dem Rennsteiglauf- Marathon gehts weiter!   Bis zum Rennsteig 2009 ist noch viel Zeit!
Damit diese Zeit nicht zu lang wird, ist während unseres gemütlichen Beisammenseins am Vorabend des letzten Trainingslaufes die Idee geboren, beim Rennsteigstaffellauf  eine Staffel der "Auf`s Ganze"  Läufer auf die Beine zu stellen.
Lange Rede - kurzer Sinn: Die Staffel ist angemeldet!  Wir haben einen Startplatz!
Die Staffel besteht aus 10 Läufern und  eine Radbegleitung wäre auch nicht schlecht !  Wer hat Lust in dieser Staffel mitzulaufen?
Unser Aufruf richtet sich an alle, die schon einmal in den vergangenen Jahren an der Aktion "Geh Auf`s Ganze" teilgenommen haben, an alle Halbmarathonis, die vielleicht im nächsten oder übernächsten Jahr Lust haben, mal den Marathon zu versuchen, an alle Teilnehmer der Trainingsläufe und an jeden, der sonst noch Lust hat, ein Teil der Staffel zu werden.
Ich würde mich sehr freuen, wenn unsere Staffel bald mit Läufern "gefüllt" ist. Wir haben vorerst eine Mix-Staffel angemeldet. Also ihr Läuferinnen und Läufer - meldet euch bei mir (runningpetra@web.de) oder direkt im Laufladen  (erfurt@laufladen.de) und macht mit!  Detaillierte Informationen findet ihr hier.
Laßt uns ein gigantisches Staffelereignis organisieren und danach eine noch gigantischere Party!

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Montag, 28. april 2008
Community: Sport
veröffentlicht in: Geh auf`s Ganze
Am Sonntag war es endlich soweit - der finaleTrainingslauf auf den letzten 32 km der Originalstrecke des Rennsteiglauf Marathons stand auf meinem Trainingsplan als Höhepunkt der Aktion "Geh auf`s Ganze" .

Die letzten 32km der Original Rennsteig- Marathonstrecke lagen vor uns und damit der Längste der gemeinsamen langen Läufe.
Einige von uns Läufern und Organisatoren trafen sich bereits am Vorabend zu einem gemütlichen Beisammensein, bei einem Läuferbier und bei den meisten bei einer Unmenge an "Wasser" im Rennsteiglaufhotel
Endspurt im zentralen Zielort Schmiedefeld. Welche Idee an diesem Abend für die Zukunft geboren wurde, könnt ihr hier lesen.

Bereits am frühen Morgen - nach einer doch relativ kurzen Nacht - standen am Schmiedefelder Sportplatz 2 große Busse, die die Läufer zum Start  nach Friedrichshöhe brachten.



















Nach einer kurzen Einweisung erfolgte die Vorstellung unserer Zug- und Bremsläufer, die sich mit ihren weit leuchtenden gelben T-Shirts präsentierten.
































Nur damit keine Mißverständnisse aufkommen: Diese Zielzeit ist die geplante Zeit für den Marathon - nicht für die 32km! :)


Wie immer schloß ich mich der letzten Gruppe an, die in drei Wochen das Ziel hat, nach 5 Stunden und 30min ins Ziel zu kommen. Im letzten Jahr war mir das nicht gelungen, ich mußte am Burgberg abreißen lassen... Aber in diesem Jahr möchte ich das unbedingt schaffen und bis zum Schluß in der Gruppe bleiben.

Die ersten km  nach Friedrichshöhe gingen leicht bergab. Das kam mir sehr entgegen, da ich mich lieber locker einlaufe und Anstiege gleich nach dem Start nicht so sehr mag. So war ich also beim ersten großen Anstieg zur Turmbaude in Masserberg schon warm und  hatte keinerlei Probleme. Im Gegenteil, ich habe mich so super gefühlt! Und das erste Mal in meinem doch recht kurzen Läuferleben habe ich erfahren, warum der Zug- und Bremsläufer genau diesen Namen hat: Er zieht nicht nur bei Bedarf - nein, er bremst auch! :)
Unser "Pacemaker" Frank hat mich das erste Mal bremsen müssen! Ich fühlte mich so toll, daß ich am liebsten losgestürmt wäre!
Aber da erinnerte ich mich doch daran, daß ich ja 32 und nicht nur 10 oder 20km laufen wollte. Also blieb ich ganz diszipliniert in unserer Gruppe. Es hat mir riesigen Spass gemacht, mit Frank, Holger, Ruth und den anderen zu laufen und zu quatschen.

Es war für mich eine besondere Freude, Holger kennenzulernen, der es sichtlich genoss, mit uns langsam und genußvoll zulaufen. Hier seht ihr uns kurz vor der Verpflegungsstelle in Frauenwald. Den Krankenwagen haben wir natürlich nicht gebraucht, aber auch für medizinische Hilfe war gesorgt.
















  Kurz hinter dieser Verpflegungsstelle steht ein Stein mit der Aufschrift: 

"Nur noch lumpige 5km bis zum Ziel" :-)

Wenn man den sieht, kann man eigentlich nur noch lächeln und die letzten 5km fallen dann schon nicht mehr sooooooooo schwer. So vergingen die letztem km eigentlich wie im Flug.  Kurz vorm Einbiegen in die Reitallee zum finalen Schlußanstieg erwartete uns noch ein liebevoll gestaltetes Plakat, daß uns darauf hinwies, daß es nur noch 999m bis zum Ziel sind.

Nicht mal mehr 1 km!

Diese 999m hatten es allerdings in sich - immerhin mußten nochmal mehr als 80 Höhenmeter bewältigt werden. Aber wir haben es geschafft! Wir sind locker und lächelnd hochgelaufen und ich habe gemerkt, daß ich sogar noch hätte beschleunigen können.
Wir kamen ins Ziel - ein bischen geschafft zwar, aber rundum glücklich und zufrieden. Wäre heute bereits der Marathontag gewesen, da hätte ich ihn wohl ohne Probleme geschafft. Jetzt kann ich nur hoffen, daß ich mich auch in 3 Wochen noch so gut fühle.

Damit das auch klappt, hat uns Boris aus sportwissenschaftlicher Sicht in einem kleinen abschließenden Vortrag noch viele Tipps für das Verhalten in den letzten Wochen bzw. Tagen vor unserem Marathon gegeben.
















Für mich beginnt jetzt die wohl die schlimmste Phase überhaupt- es beginnt wieder die Angst, daß vielleicht doch noch kurz vorm Start irgendetwas passiert - und wenn es eine Erkältung ist.
Aber ich hoffe, daß alles klar geht. Morgen bekomme ich meinen Trainingsplan für die letzten 3 Wochen.

Ach - ich kanns kaum noch erwarten!


 Herzlichen Dank an den Rennsteiglaufverein, an das Team vom Laufladen Erfurt/Jena, an die mitwirkenden Vereine , an alle, die an der Strecke für die Versorgung der Läufer gesorgt haben, an Sina, die uns massiert hat, an Sieghard für die Gastfreundschaft im Rennsteiglaufhotel Endspurt und an Boris für diesen interessanten Vortrag.



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Mittwoch, 23. april 2008
Community: Laufen
veröffentlicht in: Geh auf`s Ganze
Endlich ein erster schöner warmer Frühlingslauf! Noch nicht ganz kurz - aber ich bin immerhin mit 3/4 Tights gelaufen! Ich habe den Frühling gespürt, geatmet, genossen! Ich bin gelaufen wie im 7. Himmel!
Deshalb möchte ich auch gar nichts weiter schreiben.  Schaut euch diese Bilder an - die sind so gigantisch schön, wie der Lauf heute war. Die Kirche, die ihr da seht, steht mitten im Wald und taucht auf wie eine Fata Morgana.
Ich freu mich auf den Frühling, den Sommer, auf den nächsten Trainingslauf und auf meinen Rennsteig!
Schaut auch noch mal   hierher - Nora hat mir ein schönes Zielfoto von Frank und mir vom Rhöner Volkslauf geschickt, welches ich noch in den Bericht eingefügt habe. Auch an dieser Stelle noch einmal:

Danke, liebe Nora!
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